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stets die kräftigsten Empfindungen in der Menschenbrustanrief, und eine allseitige lebhafte Zustimmung weckte.Nicht zum ersten und nicht zum letzten Male in der Kunst-geschichte begegnen wir hier der Tliatsaclie, dass die wahr-haft volksthümliche und einflussreiche Kunst nicht alleindas Auge ergötzen und der Phantasie Genuss verschaffen,sondern auch Gedanken anregen muss.
Dürfen wir einer Stelle in einer Chronik der Carthausevon Enghien glauben, so war Roger bereits ein verheiratlieterMann, ehe er zu Robert Campin in die Lehre ging. Da-durch wird die Vermuthung gestärkt, dass er vorher einemanderen Berufe angehörte, als jenem, welchem er seineUnsterblichkeit verdankt. 1
Bald nachdem er 1432 die Zunftrechte in Tournai er-langt, ühersiedelte Roger nach Brüssel , wo er das Bürger-recht erwarb und als Stadtmaler angestellt wurde. Dassdieses vor 1436 geschah, ersehen wir aus einem Raths-beschlusse vom 2. Mai 1436, laut welchem das Amt einesStadtmalers nach dem Tode Meister Roger’s eingezogenwerden sollte. 2 Als „portraiteur der Stad“ genoss er ge-wisse Yortheile und eine bestimmte Ehrenstellung. So undso viel Ellen Tuch, — ein „derdendeel“ — wurden ihm all-jährlich zugemessen, auch ihm gestattet, den Mantel überdie rechte Schulter zu hängen. Er nahm eine höhere Würde
i „Anno eodem (1473) obiit in
Octobri...dominus Cornelius de Pas-cuis de Bruxellä, filius magistriRogerii de Pascuis egregii illiuspictoris. Iste fuit liic monachusprofessus circiter viginti quatuorannis. . . . Hie juvenis obiit circiterquandraginta octo annorum.“ Chron.domus ord. Charthus. apud Angiaiufol. 41. von A.Wauters, R. v. d.W. inder Revue des univ. arts. tom. II. 1855abgedruckt. Das Wort circiter malmtzur Vorsicht. Doch ist Cornelius’Geburt vor 1435 sicher gestellt.
Pinchart fand aus diesem Jahre inTournai mehrere Urkunden, welcheRoger, seine Frau Elisabeth Goffaertsund seine Kinder Cornelius undMargaretha namentlich anführen.Zwei weitere Kinder Pieter undJohann wurden im Laufe der nächstendrei Jahre geboren. Vgl. Journaldes beaux arts 1863. p. 68.
2 A. Wauters in der llevue uni-verselle des arts. 1855. t. II. p. 14.„Item dat man na meesters Rogiersdoet glieenen andern scilder annemen.en sal.“