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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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RATHHAUSBILDER IN BRÜSSEL .

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ein, als der Stadtbaumeister, musste aber dem Chirurgenden Yortritt lassen. 1

Sein Amt brachte nicht bloss Ehren und Emolumente,sondern auch Bestellungen von Bildern. Es ist ungewiss,in welchem Jahre er den Auftrag erhielt, in einem Saaledes Rathhauses, der goldenen Kammer, vier Bilder auf Lein-wand zu malen, welche schon in den ältesten Reisehe-schreibungen mit Loh überhäuft werden. 2 * 4 Auch Dürer unterliess nicht, auf seiner niederländischen Reise in Brüssel die 4 gemalten Materien, die der gross Meister Rudiergemacht hat zu besichtigen. 11 Leider gingen diese Rath-hausbilder hei der Belagerung Brüssels durch ein französischesHeer 1695 im Brande zu Grunde. Die lateinischen In-schriften, welche unter den Bildern angebracht waren, wurdenaber noch vor der Zerstörung der Bilder copirt und unsauf diese Art erhalten. 1 Sie belehren uns über den Inhaltder Bilder im Allgemeinen; eine weitere Auskunft über dieungefähre Beschaffenheit derselben geben die Burgunder-tapeten in Bern , die in den Schlachten van Granson undMurten 1476 erbeutet und als Trophäe in den Berner Münster gestiftet wurden. 5 Sind dieselben auch weit davonentfernt, Rogers Compositionen treu und vollständig zuwiederholen, so haben sie doch gewiss sich an das berühmteMuster des Meisters im Wesentlichen gehalten. Für einennäheren Zusammenhang spricht die Identität der Inschriftenauf den Teppichen und den Rathhausbildern. 6 Das erste

1 A. Wauters im Messager desSciences historigues. 1846. p. 131.

2 Sweertius , Monumenta p. 309;Calvete de Es-trella, El felicissimoviage del Rei Felipe, fol. p. 92.

2 Campe, Reliquien von Albrecht Dürer S. 88. Tkausing, DürersBriefe, Tagebücher u. s. io. Wien .1872. (Quellenschriften III.). S. 89.

4 Sie stellen u. a. bei Sweertius.

5 Pinchart, R. v. d. W. et les

Tapisseries de Berne in d. Bulletins

de VAcademie de Bruxelles. Serie 2.tom. XVII. 1864 und Kinkel, DieBrüsseler Rathhausbilder und derenGopien in den burgundischen Tapetenzu Bern . Zürich . 1867. Dem ICin-kelsclien Programm sind drei Tafelnmit Proben aus den einzelnen Ta-peten beigegeben. Photographien derTapeten wurden in Bern publicirt.

8 Der Annahme, dass uns in denTapeten treue Gopien der Rathhaus-bilder vorliegen, widerspricht bereits