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WIEDERHOLUNGEN DER KREUZABNAHME
Eoauuo
Hospital
jüngstes
Gericht.
wirksam erscheint die Gruppe der Maria mit der nächstenUmgebung, der Contrast der frischen Fleischtöne und deskräftigen Colorits mit der fahlen Farbe des Leichnams Christi. * 1 *
Das ausgedehnteste und grossartigste Werk, welchesRoger vor 1450 vollendete, schuf er im Aufträge des Kanzlersvon Burgund, Nicolaus Rollin, desselben Herrn, dessenPortrait Jan van Eyck für eine Kirche in Autun so wunder-voll gemalt hatte. Zwei historische Thatsachen setzen unsin den Stand, die Zeit der Entstehung dieses Werkes ziem-lich genau zu bestimmen. Kanzler Rollin empfing durcheine Bulle von Papst Eugenius IY. die Erlaubniss, einHospital in Beaune zu stiften und auf den Namen desh. Antonius zu weihen. Der Grundstein zu dem Baue wurde1443 gelegt. Diese Bulle wurde von Papst Nicolaus V. (1447—1455) so weit annullirt, als an die Stelle des Antoniusder Täufer als Schutzpatron trat. Da auf Roger’s Bildenoch der li. Antonius und Papst Eugenius Vorkommen, so
1 Die wichtigsten Wiederholungenaus älterer Zeit, die wir von derKreuzabnahme kennen, sind folgende:
1. Im Escurial, dorthin vonPhilipp II. gebracht, auf Dürer getauft, von einem SchülerRoger’s, grau im Ton undhärter in der Zeichnung alsdas Original. Vgl. Hist, ydeser. del Escorial. D. Jos.Quevedo. Madrid . 1849. p. 288.
• 2. Im Museum Santa Trinita inMadrid , von einem nichtflan-drischen Künstler, ohne jedenEarbeureiz, schwerfällig unddunkel.
3. Im Berliner Museum unterdem Namen „Roger van d.Weyden der jüngere 1529;“das Bild selbst 1488 signirt.Auf Holz. 4' 8 3 4 / 4 " h. —8' 5 1 / 2 " br. Eine alte Copie,die aber durch Putzen undRestauration gelitten hat.
4. Ein Triptychon, dessen Mittel-tafel dem Berliner Bilde ver-
wandt ist, befindet sich in derLiverpoolgalerie Nr. 39 aufHolz. Die Flügel enthaltendie Bilder des h. Julian undJoh. d. Täufers.
5. Das früher erwähnte Triptychonin der Peterskirche in Löwen,welches vielleicht die von derStatthalterin Marie von Ungarnbei Michael Coxie bestellteCopie sein könnte.
Noch weitere Repliken führtWaagen (Jahrb. f. K. I. S. 46) an.Ein halbes Jahrhundert lang übtesich nicht allein die niederländische,sondern auch die rheinische Schulean diesem von Roger zuerst gelöstenThema und lieferte Variationen seinesWerkes. Nicht die am wenigsteninteressante bewaln't das Museum inKöln (Nr. 117) aus dem Jahre1480, jetzt auf den Meister derLyversbergsclien Passion geschrieben,welcher Roger’s Uebertreibungennochzu überbieten versuchte.