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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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SIEBEN FREUDEN MARIÄ IN MÜNCHEN .

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wenn man ein anderes Werk desselben Jahres zur Ver-gleichung heranzieht: die sogenannten sieben FreudenMariä, oder den Marienaltar in München . Dieses Werkbekundet, dass Mending in dieser Zeit ungleich geistvollerund lebendiger in der Auffassung, sorgfältiger und vollendeterin der Ausführung war, und eine kraftvolle Farbe undbreiten Auftrag mehr liebte, als dieses an den Moreel-Portraits sichtbar ist.

Aehnlich wie in den Turiner „sieben Schmerzen“ habensich die Stifter des Bildes auf diesem selbst vom Malerverewigen lassen. Links im Vordergründe knieen in derTracht stattlicher Bürger der Vater und der Sohn, rechtsin der Ecke ist die Stifterin abgebildet. Die an Mauer-stücken befestigten Wappen belehren über den Namenund Stand der Stifter. Peter Bultynck, ein angesehenerBürger und Gerber, der dreimal, 1477, 1478 und 1480, dasSchöffenamt bekleidete, seine Frau Katharina van ityebeckeund ihr Sohn Adrian Bultynck haben den Altarschrein,dessen Flügel längst abhanden gekommen sind, bei Mem-ling bestellt, und 1480 der Gerberzunft überwiesen, welcheihn in einer Capelle der Liebfrauenkirche in Brügge be-wahrte und die Verpflichtung übernahm, nach jeder Messeein miserere und de profundis für das Seelenheil PeterBultynck’s beten zu lassen. So stand nach einer im vorigenJahrhundert verfassten Localchronik auf dem Bahmen desBildes zu lesen. * 1

nat. 2040.“ und unten auf einemüber dem gemalten Rahmen sichschlängelnden Spruchbande:bestia conculcaberis. Gignetur Uns inorbem terrarum et gremium virginiserit salus gentium invisibilis verbumpalpabitur.“ Ueber die Genealogieder Eamilie Moreel vgl. Weale imBeffroi II. p. 190.

1 München, Pinakothek . 2. Cabinet.Nr. 63. Holz. 0.76 li. — 1.82 br.Peter Bultynck verehrte das Bildder Gerberzunft 1479 vor Ostern

Crowe, !Niederländ. '.rah-rei.

(n. St. 1480). Vgl. das Inventar desZunfteigenthums der Gerber inBrügge im Beffroi II. p. 268. ImJahre 1780 wurde es für 20 Livr.einem Antwerpener Händler van Cookverkauft und von diesem „ohne dieFlügel“ an A. L, van den Bogaerde,Bürgermeister in Brügge . Abermalskam es 1799 unter den Hammer.Hie aufeinander folgenden Besitzerwaren: Goddyn in Brügge 1799,lmbert 1804, die Kaiserin Josephine ,die Eamilie Beauhamais und der20

München

Sieben

Freuden

Mariä.