307
entsteigt dem Grabe, erscheint den Frauen, pilgert nachEmmaus, nimmt Abschied von seiner Mutter, steigt zumHimmel empor. Das Pfingstfest, der Tod und die Himmel-fahrt Mariä besohliessen die Erzählung.
Der Mangel der Luft- und Linearperspective wird aufden ersten Anblick sichtbar. Aber die Episoden sind soanmuthig erzählt, so trefflich angeordnet, jede in ihrerArt ein abgeschlossenes Bild, und so vollendet ausgeführt,die Farbengebung so glänzend, klar und durch fein berech-nete Contraste wirkend, dass wir von dem Werke einendurchaus befriedigenden Eindruck empfangen.
Suchen wir Memling’s Werke nach der Zeitfolge an Raclziwill
... Ver-
einander zu reihen, so wäre zunächst die Verkündigung in kümiigung.der Sammlung des Fürsten Kadziwill in Berlin aus demJahre 1482 zu erwähnen, von welcher Waagen die selbst-ständige Auffassung und wundervoll zarte Ausführungrühmt. 1 Dem gleichen Jahre wird auch das köstlichePortrait in den Uffizi zugeschrieben. Es scheint demnach,als ob Memling am Anfänge der achtziger Jahre vor-zugsweise für italienische Besteller gearbeitet liätte.
Das Portrait in der Uffizigalerie stellt in ernst würdigerHaltung einen Betenden dar. Seine gefalteten Hände sind Portrait -auf ein Pult aufgestützt, der Kopf voll Leben, die Händeedel geformt und fein gemalt. Es war ehemals ein Besitz-thum des Hospitals S. Maria nuova und bildete vielleichteinen Theil eines Diptychons oder Triptychons, zu welchemauch das Brustbild des h. Benedict in den Uffizi gehörte. 2
Das glänzendste Beispiel Memlingscher Kunst bewahrt umzi'
• i ’T ^ i~\' Madonna.
aber die Florentiner Galerie m einem Madonnenbilde. DieMadonna sitzt auf dem Throne, zwei Engel umschweben sieund halten eine Krone über ihrem Haupte. Ein reizender
i Waagen, Handb. S. 119. S. 28) beide Eilder Hugo van der
i Florenz, Uffizi . Nr. 769 und 778. Goes zugeschrieben, ohne jedochHolz. Lebensgrösse. Mündler hat seine Gründe anzugeben.
(Beiträge zu Burckliardt’s Cicerone
20*