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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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GRABLEGUNG IN ROM .

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Armen sich bemüht, den Leichnam mit Hilfe des Evange-listen vom Boden zu liehen. Maria Magdalena zur Hechtentrocknet ihre Thränen, im Vordergründe knieet, in Gehetversunken, der Stifter, eine vortreffliche Portraitfigur. Mitgrosser Kraft und mit glänzendem Schmelz des Tones ver-bindet Memling hier einen zarten Auftrag und weiss dieFarben fein zu vertreiben. 1

In dem Verzeichnisse der St. Lucasgilde in Brügge istmerkwürdiger Weise Memling’s Namen nicht zu finden. EineSäumniss liegt gewiss nicht vor und so müssen wir annehmen,dass Memling in der That nicht zu den Zunftgenossenzählte, vielleicht weil er in einer Verbindung mit demHerzog von Burgund stand, wodurch, wie bekannt, die Be-freiung von dem Zunftzwange erreicht wurde. Kommt nunaber auch Memling in den Zunftregistern nicht als Meistervor, so wird er dafür als Lehrer erwähnt. Im Jahre 1480wird ein Schüler Memling’s , Hannekin Verhanneman, derSohn eines Nicolaus, bereits ein verheiratheter Mann, indie Zunft eingeschrieben, ihm folgt 1483 ein anderer SchülerMemling’s : Passcier van der Meersch. 2

Willem Moreel , dessen Bildniss Memling in einemfrüheren Jahre gemalt hat, scheint seine Gunst dauernddem Künstler zugewendet zu haben. Er gab ihm 1484 denAuftrag zu einem grösseren Altarschreine für die KircheS. Jacob in Brügge .

Beinahe ein Jahrhundert stand das Triptychon auf demursprünglichen Platze, bis die Furcht vor den Bilderstürmern

1 Rom, Palazzo Doria . Holz.0.67 h. — 0.52 br. Das kleineMeisterstück befindet sich in dem-selben Cabinet wie Sebastian delPiombo’s berühmtes Portrait desAndrea Doria, verliert aber nichtsdurch diese Nähe. Es ist ausnahms-weise gut erhalten.

2 Nach einer Notiz bei Gaillard:De ambachten en Heringen van

Brügge soll Memlingte Namen in denZunftregistern Vorkommen: JoannesMemlinc inkom 1479. Doch ist dieNotiz nicht glaubwürdig. Ygl.Werde im Journal des beaux arts1861. p. 54. Ueber Memling’s Lehr-linge s. Wauter’s Revue des arts II,p. 251 und D. van de Casteele, livred’admission de la gilde de Saint Lucde Bruges,