DRITTES CAPITEL.
Wer da meint, das Studium der altniederländischenMeister sei bereits abgeschlossen oder wer verzweifelnmöchte, dass jemals aus der Masse namenloser Bilder,alle die gleichen Ursprunges sind, werden ausgehoben undgeordnet, ja sogar in einzelnen Fällen auf einen bestimmtenMaler zurückgeführt werden, den mag das SchicksalGerard David’s trösten und belehren. Noch vor wenigenJahren suchte man selbst seinen Namen in kunsthistorischenBüchern vergebens und heute hat dieser Name nicht alleindurch die Entdeckung der Lebensverhältnisse des Manneseinen hellen Klang, einen greifbaren Körper empfangen,sondern wir sind auch im Stande, die künstlerische Indivi-dualität dieses der Geschichte neu gewonnenen Künstlerszu bestimmen. Doch tragen erst die letzten Jahrhundertedie Schuld, dass ein wichtiges Glied der altniederländischenSchule vergessen, und dessen Werke wie herrenloses Gutan verschiedene Maler von J an van Eyck und Memling bisauf Gossaert vertheilt wurden. Den alten Geschichtsschreibernwar Gerard David nicht völlig unbekannt. Sanderus 1 nennt
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