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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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SCHULVEBHÄLTNISS ZU BOGEE. 367

mehr an gerufen werden, da sie spurlos verschwunden sindgerade so wie das von Karel van Mander erwähnte Bild inLeyden: Christus zwischen Petrus und Paulus . Wir findenaber an sich schon diese Angaben bedenklich, in Erwägung,dass Dierick erst nach 1460 als Maler auftritt, also vollesechszig Jahre nach dem Tode seines angeblichen Vatersund dass seine Kunstreise offenbar auf die Schulen vonBrüssel und Brügge zurückweist.

Bestätigt sich die Vermuthung, und sie hat viele Gründefür sich, dass ein Portrait in den früheren SammlungenAders und Hogers von Dierick Bouts herriihre, so würdedieses die Beilie seiner Werke beginnen. Denn es ist ausdem Jahre 1462 datirt, mehrere Jahre früher als alle anderenbekannten Werke des Meisters. Der Unbekannte trägt einehohe Kappe auf seinem dichten Haare und ist in ein enganliegendes Wamrns gekleidet. Seine Züge, sonst regel-mässig, tragen das Gepräge des Schwächlichen und Kränk-lichen, seine Hände ruhen steif und plump eine auf deranderen. Dieses bot, wie bereits erwähnt wurde, den Anlassan ein Selbstbildnis des siech und elend vom Schlachtfeldheimgekehrten Memling zu denken. Straft schon das Datu mdiese Meinung Lügen, so erscheint durch die technischeBehandlung überhaupt Memling’s Autorschaft ausgeschlossen.AVohl erinnert aber dieselbe an die Weise, welche sich inden unzweifelhaften Werken des Dierick Bouts kundgibt.Schon hier entdecken wir den starken Körper und zugleichdas Glasartige der Farbe, die eintönigen Fleischtöne, denMangel an Modellirung durch Schatten. 1

Gilt sein Schiilerverhältniss zu Hoger als Wahrheit, sokann es nicht Wunder nehmen, dass er einzelne Bilder desMeisters copirte. Als solche Copien von seiner Hand möchten

Albert Bouts schreibt Molanus auch 1 S. o. 280. Vgl. Passavant }eine Himmelfahrt Mariä in S. Peter Kunstreise 04,in Löwen zu. Das Bild ist gleich-falls verschwunden,