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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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DER MEISTER VOM JAHRE 1466.

Doch waren die Handwerker hier von Haus aus reicherund tiefer gebildet: Goldschmiede, welche die Hälfte derKupfersticharbeit, das Ritzen und Eingraben von Linien inMetallflächen, zu üben längst gewohnt waren. Bei dergrossen Zahl der Goldschmiede in den Niederlanden darfman annehmen, dass der Schritt zur zweiten Hälfte derArbeit, zur Vervielfältigung des Stiches durch mechanischenAbdruck, mit Leichtigkeit und frühzeitig gemacht wurde.In der That ist auch die Heimatli mehrerer der ältestenStecher nach den Niederlanden verlegt worden, so des so-genanntenMeisters vom J. 1464, der in der Kunstspracheder Sammler auch den Namenmaitre aux banderolesführt und des Meisters. M>. vom J. 1466. Die Ent-scheidung in Bezug auf den ersteren kann nur nach ge-nauer Prüfung des Dialectes, in welchem die Sprüche aufden einzelnen Blättern geschrieben sind, fallen. Es istnämlich zweifelhaft, ob derselbe den Niederlanden, ob erWestfalen angehört. Die Zeichnung offenbart nicht diegeringste Aehnlichkeit mit den Eormen, welche in denniederländischen Malerschulen gebraucht werden; doch würdedieses nicht unbedingt gegen die niederländische Herkunftsprechen, da die Technik des Meisters vom J. 1464 sichnoch in kunstloser Einfachheit bewegt, und der scharfausgeprägten Individualität entbehrt.

Er stimmt z. B. noch vielfach mit der Technik primi-tiver italienischer Stecher überein, was nicht etwa durchäusseren Zusammenhang, sondern durch die Kindheit derKunstweise, die überall gleichartige Züge zeigt, erklärtwerden muss.

Eine ungleich höhere Stellung nimmt der Meister 4E. <£>.vom J. 1466 ein. Seine Technik ist ausgebildeter, auf dieUnterscheidung des Nackten von den Gewändern z. B.schon durch die blosse Strichführung berechnet; auch derKreis seiner Compositionen erscheint ziemlich ausgedehnt.Der Versuch, die Buchstaben. M>. auf Egid oder Gilles