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Geschichte der Altniederländischen Malerei / J[oseph] A[rch.] Crowe und G. B. Cavalcaselle ; Bearb. Von Anton Springer
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BEDEUTUNG

des fünfzehnten Jahrhunderts, bei Foucquet und JehanClouet Spuren des flandrischen Einflusses vorgefundenwerden, so darf man mit Eug und Eecht behaupten: dieniederländische Kunst beherrschte den ganzen Norden,soweit dieser dem künstlerischen Leben zugänglich warund unterwarf sich überdies auch noch die pyrenäischeHalbinsel.

Man kann im fünfzehnten Jahrhunderte überhaupt nurvon zwei Kunstvölkern sprechen. Das sind die Italiener unddie Südniederländer. Nur hier entfaltet sich eine Kunst-thätigkeit, welche weit über die Zeit des unmittelbaren Be-standes hinaus Interesse erregt, in welcher nicht allein dieGedanken und Empfindungen der Zeit- und VolksgenossenAusdruck finden, sondern auch die Entwickelung desallgemeinen Kunstideals, das sich nur in einer Reihe aufeinander folgenden Formen verwirklicht, in einem stetenFlusse sich bewegt, einen mächtigen Fortschritt feiert.Wer einmal die Ereignisse auf dem Gebiete der Kunst,soweit sie die ganze Menschheit angehen, von welt-geschichtlicher Bedeutung sind, erzählen wird, wird an dem,was in Frankreich, Spanien, selbst in Deutschland im fünf-zehnten Jahrhundert geschah, rasch vorübereilen, bei denWerken der alten Niederländer dagegen verweilen und dieseloben und preisen.

Was war es nun, was die altniederländische Kunst zuso mächtiger Höhe emporbrachte, und mit einem für alleNachbaren unwiderstehlichen Zauber begabte? Der Wechselin der Malertechnik ist nicht im Stande, die weithinherrschende Stellung der niederländischen Kunst allein zu

Anne 1454; Gil Hannes 1465; Jean1485; Christoph von Utrecht 1492;Allton von Holland 1496; Olivervon Gent 1502. Eine Bittschriftdes Malers Garcia Henriquez, 1518

an den König von Portugal gerichtet,erwähnt dass sowohl sein Schwieger-vater Francis Henriquez wie 7—8 ausFlandern herbeigeholte Maler an derPest verstorben seien.