L4 1. Capitel. Das Ptolemäische Weltsystem.
theilte Sedillot^') 1836 der Pariser Akademie mit^), daß Abul-Wefa in seinem „Abnagest" betittelten, sich z. B. in den Biblio-theken von Paris und Leyden im Manuscript vorfindenden Werke,nachdem er die zwei ersten Ungleichheiten des Mondes, die Glei-chung und die Evection, behandelt habe, von einer dritten Ano-malie, genannt Mohadzat, spreche, welche sich besonders zurZeit des Trigonal- und Sextilscheines zeigeund dann zumalbis auf cki. 3 / 4 ° anwachse; er sage dabei, daß er auf diese neueUngleichheit aufmerksam geworden sei, als er die von ihm beobach-teten Mondlängen mit den aus den mittlern Bewegungen berech-neten, und für die beiden ersten Anomalien corrigirten Längenverglichen habe, und es liege also ganz klar vor, daß AbulWesa bereits die Variation entdeckt habe, folglich Tycho, derübrigens selbst diese Entdeckung nie für sich in Anspruch genommen,nur uirter seinen Papieren eine Note hinterlassen habe, in welcherdie Variation als eine „Hniotli68is rockintsgrata" bezeichnetwerde, nicht mehr als Entdecker zu nennen sei. Diese Ansichtvon Sedillot wurde anfänglich allgemein angenommen, und erstnachdem sie 1838 durch einen der Akademie von Arago undMathieu erstatteten und von dieser gelehrten Körperschaft ge-nehmigten Bericht gewissermaßen officielle Geltung erhalten hatte,fing man an sie zu bemängeln, indem man bald die Authencitätdes Manuscriptes oder die Richtigkeit der Uebersetzung und Deu-tung anzweifelte, bald in der betreffenden Hauptstelle nur eineunklare Wiedergabe Ptolemäischer Ideen finden wollte rc., undda Sedillot nicht ermüdete seine Ansichten zu vertheidigen, soentspann sich am Ende ein bis auf die letzten Jahre fortdauernder,
") Vergl. für ihn und seinen Vater 287.
'2) Vergl. „8scMot, 8ur un manusorit arabs äans Isgusi In Variationcks la luns sst 8iAnaIss (Ooraxt. rsnä. 1836)."
'h Nach Sedillot verstanden die arabischen Astronomen unter „trins otssxtils" die Octanten, ja diese Uebung habe sich bet den Astronomen sogar bisauf Longomontan erhalten, während dagegen die Astrologen diese Ausdrücke inihrer gegenwärtigen Bedeutung brauchten.