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31. Die Buchdruckerkunst.
Versuche ermöglichte, verfertigte er hölzerne bewegliche Buchstaben,— dann solche aus Blei und Zinn, für welche später Gußfvrmenerstellt wurden. Bald kam auch anstatt des ursprünglichen Ab-reibcns die Presse zur Anwendung, und als noch Peter Schöfserin den Bund trat, verbesserte er die Druckerschwärze, die Metall-mischung sür den Guß der Buchstaben rc. — Die ersten gedrucktenBücher waren sehr theuer und die Kunst, dieselben ohne „An-wendung der Feder" herzustellen, wurde als Geheimniß ängstlichverborgen zu halten versucht, so daß man z. B. von den Ar-beitern den Eid der Verschwiegenheit verlangte. Als jedoch 1462Mainz durch Adolf von Nassau erobert und verheert wurde, zer-streuten sich die dortigen Buchdrucker, und so kam diese Kunst1466 , oder etwa zur Zeit des Todes von Gutenbcrg, nach Straß-burg, — 1467 nach Köln und spätestens auch nach Baselch undBeromünsterch, — 1469 nach Parisch und wahrscheinlich auchnach Nürnberg, — 1475 nach Bnrgdorf, — 1478 nach Genf , —1493 nach Lausanne rc. — Die allgemeine Verbreitung überEuropa verdankt man den Buchdruckern Senscnschmid undEo bürg er in Nürnberg , welche dieselbe nicht nur vervollkomm-neten, sondern in vielen andern Städten Filialen errichteten ch,
st Nach „6-cnIIienr, Ltuäss snr 1s. tz-icograpstis Musvoise äu 15 an19 siselsk, st snr I'iutroclnction cks Uimprimsris su snisss (Lall. äs I'Inst,Zsusv. II. 83—292)" druckte sogar schon 1150 Berchtold Rot zu Basel . Nachandern Berichten sollen schon 1171 die „Bnchdrnckerknechte" daselbst einen Strikeins Werk gesetzt haben.
st In Beromünster betrieb der von Basel gebürtige Chorherr Elias HelyeBon Laufen die Bnchdrnckerknnst und gab 1170 unter dem Titel „Uanmw-trsotns" einen Commentar zur Bibel heraus, — eines der ersten Druckwerke,auf welchem Jahrzahl, Ort und Drucker angegeben sind.
st Ein mehrjähriger Gehülfe des Von Laufen, Ulrich Gering von Münster ,richtete 1469,70 aus Wunsch von Wilhelm Fachet, Rektor der Universität Paris,und Johannes dc Latzide, Rektor der dortigen Sorbonne, in Paris eine ersteDruckerei eilt und stand ihr bis zu seinem 1510 erfolgten Tode vor; 1871wurde seine Statue in der Bibliothek von St. Gcncvisve aufgestellt.
st Anton Cobnrger soll in Nürnberg 21 Pressen in fortwährendem Gangeerhalten, über 100 Arbeiter beschäftigt und in Danzig, Amsterdam, Lyon, Ve-nedig ,c. bei 11 Filialanstälten errichtet haben. Bergt, sür ihn die Schrift»Anton Coburger's Leben. Dresden 1786 in 8."