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Geschichte der Astronomie / von Rudolf Wolf
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41. Die Gewichtnhren.

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fahrer nach Europa gebracht worden seien. Gewiß ist bloß, daßschon im Jahre 1120 Uhren mit Schlagwerken vorhanden waren,da in den von diesem Jahre datirenden Regeln der Cistercienserden Sacristancn vorgeschrieben wird, dafür zu sorgen, daß dieUhr vor der Frühmesse schlage und Weckes, — daß gegen dasEnde des 13. Jahrhunderts, wenigstens in Italien , bereits viel-fach Schlaguhren vorkamen — und daß um die Mitte des 14. Jahr-hunderts auch in den Rheingegenden einzelne Thurmuhren auf-tauchten, und Zürich'um 1368°°), Basel gegen 1380 ebenfalls solchebesaßen. — Von höchstem Interesse ist es, daß man von einerSchlaguhr, welche ein Deutscher, Heinrich von Will, in den Jahren1364 bis 1370 für den französischen König Karl V. verfertigte,noch die Construction kennt: Sie hatte ein Gewicht als constantwirkende Kraft, — ein dessen Bewegung auf ein Zeigerwerk über-tragendes Räderwerk, — einen zum Regulären bestimmten, hinund her schwingenden Balancier, — ein zwischen ihm und demRäderwerk vermittelndes, als sog. Echappement wirkendes Kron-rad, — ja sogar ein das Aufziehen ohne Störung erlaubendesSperrrad. Es waren also um die Mitte des 14. Jahrhunderts,mit einziger Ausnahme genügender Regülirung durch ein Pendel,bereits alle Haupttheile der Nhr vorhanden, und diese find gewißnicht gleichzeitig, sondern eher mit großen Zwischenräumen er-funden worden, so vaß die ersten Anfänge der Gewichtsuhr garWohl schon in das 11. oder sogar in das 9. Jahrhundert fallenkönnen. — Dagegen darf man sich nicht verhehlen, daß die ganzeAnlage und Ausführung dieser frühen Uhren noch sehr roh warund z. B. enorme Gewichte nöthig waren, um die Werke imGange zu erhalten, — und es begreift sich ganz gut, daßWalther, als er etwa von 1484 hinweg an einer Rädcruhr

h Bergt. die Notiz von Fechter in Basl. Taschenb. 1852, xg.Z. 144.

h Nach Bogcl's Chronik war 1368 in Zürich auf der Petcrskirche eineerste öffentliche Uhr aufgestellt worden, welche sodann 1538 durch eine neueastronomische Uhr ersetzt wurde, die Hans Lutherer von Waldshut construirtcund der Zürcher-Maler Hans Asper ausschmückte; letztere soll 2394 Pfd. ge-kostet und bis 1657, wo der Blitz in den Thurm schlug, functionirt haben.