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Geschichte der Astronomie / von Rudolf Wolf
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2. Capitel. Die ersten Messungen und Berechnungen.

religiösen Uebungen willen auf die Gnomonik als ihr einzigesMittel für getraue Zeitkenntniß großen Werth legten, wurde die-selbe noch mehr ausgebildet, und großentheils zu ihren Gunstendie Trigonometrie weiter entwickelt st; namentlich erwarben sichdie Albatcgsnius, Alkind, Thebit, Abul-Wefa, JbnJunis, Abul HHass an rc. theils durch Erfindung von Con-ftructionen und Rechnungsvorschrifteu, theils durch Kompositionvon betreffenden Schriften große Verdienste: Die Aufsangsflächenwurden varirt, — neben den ungleichen Stunden auch die Equi-uoetialstunden angegeben, — die Schattenlinien für die verschie-denen Jahreszeiten oder Zeichen bestimmt rc., — und wenn auchder Gnomon bei den Arabern noch immer vorherrschte, so scheintdoch auch der Polos eultivirt worden zu sein, da man sich sonstnicht erklären könnte, wie derselbe schon bei den ersten betreffen-den Schriftstellern des Abendlandes, welche sich nach eigenerAngabe zunächst auf die Araber stützten, sich in gleichein Maaßewie der Gnomon entwickelt findet, ja der Stylus von dieserZeit an sogar fast ausschließlich in der Weltaxe liegt, währenddie Auffangsfläche meistens entweder eine im Equator liegende,oder dann eine horizontale oder vertikale Ebene war, jedochauch irgend eine andere Fläche sein konnte; ferner wurden baldfeste und au Kirchen oder an andern öffentlichen Gebäudenmitunter sehr große, bald kleinere bewegliche und sogar auchtragbare Sonnenuhren conftruirt, wobei die beiden letzteren Sor-ten, wenigstens später, zur bequemeren Orientirung fast immereinen kleinen Compaß als Beigabe erhielten. — Auf solcheWeise nach dem Abendlande verpflanzt, gediehen auch da dieSonnenuhren, bei denen also ziemlich Thurmuhr, Standuhr undTaschenuhr repräsentirt war, ganz vortrefflich, und wurdennamentlich durch die verschiedenen betreffenden Schriften vonSebastian Münster nach ihrer Construction allgemeiner bekannt,so daß er in früherer Zeit vielfach als Vater der Gnomonik

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