47. Die Präcesjion und das tropische Jahr. - 1k>9
selbst um das Jahr 879 gemachte Beobachtungen mit den An-gaben des Abnagest verglich, die schon wesentlich genauere Be-stimmung von 1" in 66 Jahren oder 55" her Jahr, — undetwa um 1260 erhielt der Perser Nassir-Eddin bereits dennahe richtigen Werth vvn 1° in 70 Jahren oder 51" per Jahr.— Bis auf Hipparch hatte man schlechtweg ein Jahr von365^ a angenommen, während er fortan in Folge seiner Ent-deckung zwischen dem tropischen Jahre, das die Sonne zudemselben Nachtgleichen- oder Wendepunkte, und dem siderischeuJahre, das sie zu demselben Sterne zurückführt, unterscheidenund jedes dieser Jahre für sich bestimmen mußte. Er begannmit dem tropischen Jahre, dessen Ermittlung ihm näher lag, daer die Eintritte der Sonne in die Solstitien und Equinoctien,wie uns schon seine Theorie der Sonne zeigte"), ziemlich genauzu erhalten wußte, — wahrscheinlich Erstere, indem er nicht nuram längsten und kürzesten Tage selbst, sondern je auch eineReihe von Tagen vor und nach diesen Epochen den Mittags-schatten nraß und sodann aus dem ganzen Verlaufe den wirk-lichen Moment der betreffenden Sonnenwende ableitete, — Letz-tere dagegen, indem er vor und nach jedem Equinoetium wiederholtdie von der auf- und untergehenden Sonne geworfenen Schatten-richtungen mit der Eguinoetiallinie verglich und daraus denMoment abzuleiten suchte, wo der Schatten auf diese Linie selbstgefallen wäre. Diese Bestimmungen, von denen er die Letzterenoch durch Sterne, so z. B. das Herbstcguinoetium durch Ver-gleichnng mit der in der Ekliptik stehenden und dem Herbstpunktnahen Spica, zu contrvliren wußte, ergaben ihm nun unter An-derem, daß ein von ihm 134 v. Chr. beobachtetes Svmmersol-stitium um einen halben Tag früher eintraf, als er dasselbe auseinem vor 147 Jahren durch Aristarch beobachteten Solstitium nnt einem Jahre von ZOlLst abgeleitet hatte, — also war letz-teres Jahr um den 147. Theil von einem halben Tage vder umca. 5 Minuten zu groß, oder es betrug das tropische Jahr nachh Vcrgl. 20.