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Geschichte der Astronomie / von Rudolf Wolf
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10. Capitel. Die neuere Bcobachtungsknnst.

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wurden"). Mayer zeichnete sich eben ganz besonders durchrationellere Bcobachtungsmcthoden aus, als sie bis dahin ge-bräuchlich waren: Während z. B. die ältern Astronomen ihreInstrumente allerdings möglichst sorgfältig aufstellten, dann aberdiese Aufstellung als unbedingt richtig betrachteten, lehrte Mayerbereits die, auch nach gewissenhaftester Corrcction übrig bleibendenkleinen Fehler zu bestimmen, und namentlich mit Hülfe der nachihm benannten und jetzt noch vorzugsweise gebrauchten Reductions-sormel die Beobachtungen für sie zu corrigiren. Die neuere Zeithat nicht nur die Nothwendigkeit der häufigen Bestimmung undfortwährenden Berücksichtigung dieser Cvrrectivnen in noch helleresLicht gesetzt, sondern auch gewisse periodische Bcränderungen indenselben nachgewiesen, welche mit localen Erdbewegungen zu-sammenzuhängen scheinen, wie dieß z. B. aus den Untersuchungender T. N. Robinson in Armagh , A. Hirsch in Neuenburg,u. A., ziemlich klar hervorgeht"). — Durch die successive Ein-führung der bereits beschriebenen Pafsagenmstrnmente und Meri-diankreise wurde sodann allerdings seit dieser Zeit den Meridian-beobachtungen noch großer Vorschub geleistet und ebenso auchdurch andere kleine Hülssvorrichtungcn, wie Nachtmircnsi, Colli-matorensi, und durch den von Professor Joh. Gottlieb Friedrichvon Bohnenberger in Tübingensi spätestens 1826 in seiner

tz Die Herausgabe wurde durch den sich damals in London aushaltendenFabrizio Mossotti (Novara 1701 — Pisa 1863; später Professor der Mathe-matik, Physik und Astronomie in Pisa ) besorgt; vergl. Corrcsp. Ganß-Schu-mncher II 110.

h Vergl. IMil. LlaZ. 1846 VIII, — Lull. cls Usuell. VIII, — -c.

st Daß man mit einem Fernrohr durch das Objectiv eines andern dessenFadenkreuz sehen könne, theilte Lambcrt schon 1769 Branden mit, vergl. Brief-wechsel PLK. 199.

h Vergl. für Knter's „Hoatinx 6oIIiinntor" und andere Mittel nm dieCollimativu zn bestimmen, den Artikel von Hörner in Gehler II 169—175.llnter Collimation wird dabei zunächst diejenige der Theilung, d. h. also z. B.die Abweichung des Zenithpnnktes vvm Nullpunkt der Theilung verstanden.Auch Repsold scheint (vergl. Corr. Gauß-Schnmacher II 52, 68) einen eigenenCollimator ansgedacht zu haben.

si Joh. Gottlieb Friedrich von Bohnenberger wurde 1765 zn Simmoz-