284. Delambre und seine Schriften.
779
Delambre, einer der in neuerer Zeit nm die Astronomie inden verschiedensten Richtungen verdientesten französischen Gelehrten,wurde 1749 zu Amiens geboren. Erst Hauslehrer in Paris , dann1782 durch Lalande anf das astronomische Gebiet hinübergezogen,wurde er 1792 Mitglied und 1803 Scerctair des Institutes,1795 bei Gründung des Lnrsau tlos 1onZitncl68 Mitglied des-selben, 1807 nach Lalande's Tod Professor der Astronomie am60 II 6 A 6 äs 14-3,1166) und bekleidete letztere Stelle bis zu seinem1822 erfolgten Tode. Unter seinen vielen wissenschaftlichenArbeiten, von denen schon manche im Vorhergehenden erwähntworden sind, bleibt hier seine 1814 zu Paris in drei Quart-bändcn erschienene „^bti-oiioniio Uieorotigno st pi-aUgns", ganzbesonders aber seine für astronomische Büchcrkenntniß allerdingsmehr, als für eigentliche Geschichte wcrthvvlle, 1817—>27 in6 Qnartbändcn, von denen die zwei ersten der „^trononiismioisimo", ein dritter der ,,^8troiionii6 ein ino^sn 3 Z 6 ", dervierte und fünfte der „^troiioinio 11101161 - 116 ", und der sechsteder ,,^8troiioiiii6 an ilixlinitiöino moolo" gewidmet find, ver-öffentlichte „Ui8toii-6 1 I 6 1'g8ti-oiionii6" zu erwähnen. Die Eru-dition, welche Delambre, der sehr sprachgewandt war und fürwelchen die längsten analytischen Entwicklungen und numerischenRechnungen als Erholung galten, in diesem Werke entwickelte,ist fabelhaft; er hat alle Bücher und alle Manuseripte, welcheer nur irgend habhaft werden konnte, von einem Ende bis zumandern durchgelcsen, alle Rechnungen geprüft und in die neueFormelsprache umgesetzt, alles kritisch ini Detail untersucht. Da-bei wird er allersdings sehr oft außerordentlich weitschweifig,und vergißt vor lauter Rechnerei gar Vieles zu sagen, was manin einem so dickleibigen Werke mit Recht zu finden hoffen kann').Auch in seinen Urtheilen ist er bald im Lobe etwas zu über-schwenglich, bald wieder zu karg, oder im Tadel zu hart, undes mag der letzte, erst nach dem Tode von Delambre nach dessen
y Bergt, das 158 Gesagte.