Band 
Erster Halbband.
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— Geschichte der Astronomie. —

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gründet zu haben, musste er sich mit Christoph Scheiner e teilen.Die sonderbaren Gestaltänderungen Saturns bemerkte er, hatte aberihre Deutung einer spätem Zeit zu überlassen, — und die von SimonMarius d und Joh. Baptist Cysat e in Andromeda und Orion aufge-fundenen Himmelsnebel waren ihm ganz entgangen. Auch die eigent-liche Selenographie darf man kaum schon von Galileis ersten Wahr-nehmungen her datieren, sondern es sind wesentlich (234) die etwasspätem Langren f und Hevel g , welche dieselbe geschaffen haben. —Die Anhandnahme neuer fundamentaler Aufgaben der messendenAstronomie und die volle Ausnutzung des Fernrohrs zu Messungs-zwecken blieb im allgemeinen einer spätem Zeit Vorbehalten; dochmag noch an die von Willebrord Snellius 7 ' ausgedachte neue Methodezur Bestimmung der Grösse der Erde erinnert werden, obschon auchsie erst in der folgenden Periode reife Früchte trug, — ferner andas durch Pierre Vernier * erfundene und nach ihm benannte neueAblesemittel (339), — und endlich an den durch William Gascoigne fcgemachten ersten Versuch, teils feste, teils messbar bewegliche Fadenin das Fernrohr einzuführen (331). — Nach Abschluss der im Eingängeerwähnten fundamentalen Arbeiten entwarf Kepler unter dem Titel„Epitome astronomi® copermcame“ einen Lehrhegriff der Astro-nomie ', der nicht nur als erste, allgemeiner verständliche Darstellungder neuen Lehren von hoher Bedeutung war, sondern überhaupt allebisherigen Schriften dieser Art in jeder Beziehung weit überragte mund auch, trotz der sich nun rasch steigernden litterarischen Thätig-keit, bei einem Jahrhundert nicht wieder erreicht wurde ”.

5Eii 9: «. Johannes Kepler (Weil der Stadt 1571 — Itegensbnrg 1630) ab-solvierte zwar in Tübingen die Theologie, fand aber an den astronomischenVorlesungen von Michael Mästlin (Göppingen 1550 — Tübingen 1631; Prof,math. Heidelberg und Tübingen ) mehr Geschmack als an der damaligen Ortho-doxie und übernahm schliesslich eine mathematische Lehrstelle in Graz . Vondieser als Protestant vertrieben, ging er als Gehilfe von Tycho nach Prag ,folgte ihm als k. Mathematikus und versah überdies noch eine Lehrstelle inLinz . Vgl. für weitern Detail, ausser zahlreichen Biographien durch Breitschwert(Stuttgart 1831 in 8.) und andere, namentlich die von Christian Frisch (Stutt-gart 1807 — ebenda 1881; Gymnasialprofessor Stuttgart ) besorgten „Operaomnia Jo. Kepleri. Francofnrti 1858—71, 8 Vol. in 8.“, welche auch eine „Vita“und viele Auszüge aus der Korrespondenz enthalten; ferner „Leop. Schuster:Joh. Kepler und die grossen kirchlichen Streitfragen seiner Zeit. Graz 1888in 8., — etc.“ — b. Galileo Galilei (Pisa 1564 — Arcetri hei Florenz 1642)war folgeweise Prof. math. Pisa und Padua , sowie grossherzogl. Mathematikusin Florenz ; 1633 wurde er in bekannter Weise (261) von der Inquisition ver-urteilt und zum Märtyrer gestempelt; 1637 erblindete er an beiden Augen.Vgl. die zahlreichen Biographien, deren bis in die neueste Zeit führende Reiheschon 1654 durch seinen Lieblingsschüler Vincenzo Viviani eröffnet, wurde, —ferner die verschiedenen Ausgaben seiner Werke, von welchen bislang die