Band 
Erster Halbband.
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V. Einige Vorkenntnisse aus der Mechanik.

(J’est dans les ouvrages d’application uu’il lautstudier les mcthodes d’analysc; on y jugede leur utilit<5 et on y apprond la manierode 8’cn scrvir. (Layrange.)

IO?. Einleitendes. — Jede Bewegung erfordert Zeit, undjede Veränderung des Bewegungszustandes eine Ursache, die Ein-wirkung einer sog. Kraft, hei welcher Angriffspunkt, Richtung undGrösse zu unterscheiden sind. Wirken mehrere Kräfte zugleich, soheissen sie Komponenten, — eine sie ersetzende einzelne Kraft nenntman deren Resultante, — und ist letztere Null, so sagt man, dieKräfte stehen im Gleichgewichte. Die Lehre vom Gleichgewichteheisst Statik, — die Lehre von der Bewegung Dynamik, — beidezusammen bilden die Mechanik“. — Die reine, d. h. die von derPhysik abgelöste und sich als eine mathematische Wissenschaftkonstituierende Mechanik, ist ein Produkt der neuern Zeit; dennwenn auch bereits flrchimedes das Princip des Hebels aufstellte unddie mathematische Lösung mechanischer Probleme inaugurierte, —später Stevin mit dem Satze von der schiefen Ebene noch ein zweitesPrincip einführte, — bald darauf Galilei durch Entdeckung der Ge-setze des freien Palles auf diejenigen der gleichförmig beschleunig-ten Bewegung geführt wurde, — und endlich Huygens die Lehrevon der Centralbewegung beifügte, — so war es doch eigentlicherst Varignon h , der sich in seinem „Projet d’une nouvelle mecanique.Paris 1687 in 4. (2 cd. 1725, 2 Vol.)“ das Verdienst erwarb, diereine Mechanik auf dem Princip des sog. Kräfteparallelogrammes(108) systematisch aufzubauen und dadurch zu einer selbständigenWissenschaft zu erheben. Nachher ging es dann allerdings raschvorwärts, zumal die damaligen Fortschritte der Analysis auch dagrossen Vorschub leisteten, und es können namentlich die von Euler verfasste „Mechanica. Petropoli 1736, 2 Vol. in 4. (deutsch von