28
— Geschichte der Astronomie. —
10
Lehr- und Hilfsbücher, die noch gegenwärtig mit Nutzen konsul-tiert werden können, wenn man sich ein Bild von dem damaligenBestände der Wissenschaft zu erwerben wünscht p .
Zn IO: a. Die ersten Korporationen solcher Art entstanden in Italien ,wo schon 1540 zu Padua eine „Accademia degli Infiammati“ gegründet wurde,der bald manche andere folgten, wie zu Rom 1603 die durch den FürstenFederigo Cesi (1585—1630) gestiftete „Accademia dei Lyncei“, — die zu Florenz 1657 durch Grossherzog Ferdinand (1G10 — 70) unter dem Vorsitze seines BrudersLeopold (1617—75) ins Leben gerufene „Accademia del Cimento“, deren „Saggiodi naturali esperienze. Firenze 1667 in 4. (auch 1601 und 1841, sowie lat. durchMuschenbroek: Lugd. 1731)“ höchlich bedauern lässt, dass schon nach 10 Jahrendie Unverträglichkeit ihrer Mitglieder zur Auflösung führte, — etc. Späterbildeten sich auch in andern Ländern ähnliche Vereinigungen, so z. B. 1635zu Paris ein mathematisches Kränzchen, aus dem später der grosse StaatsmannJean-Baptiste Colbert (Rheims 1610 — Paris 1683) die Pariser-Akademie schuf,
— 1648 zu London die Muttergesellschaft der noch blühenden „Royal Society “,
— 1652 durch den Schweinfurter Bürgermeister Job. Lorenz Bausch (1605—65)die nachmalige „Academia Leopoldina Natur* Curiosorum“, — und so (vgl. XT1)noch manche andere, die sich sämtlich um die Wissenschaften verdient machten,wenn auch der Academie des Sciences der erste Rang zugeteilt werden muss.
— ft. Im Jahre 1665 gründete Denis de Sallo (Paris 1626 — ebenda 1660;Parlamentsrat in Paris ) das „.Journal des Savans“, welches, wenn auch mitAusnahme der Revolutionsjahre 1793—1815, bis auf die Gegenwart regelmässigerschienen ist, — im gleichen Jahre Heinrich Oldenburg (Bremen 1626 — Charltonbei Woolwich 1678; erst bremischer Konsul, dann Sekretär der Roy. Society)die ebenfalls noch gegenwärtig ausgegebenen „Philosophical Transactions “, —im Jahre 1682 Otto Mencke (Oldenburg 1644 — Leipzig 1707 ; Prof, der Moralin Leipzig ) die sodann durch seine Familie bis 1774 fortgeführten „Acta Eru-ditorum“, — etc. — c. Neben den allgemeinen entstanden bald auch Fach-bibliotheken, ja Sir Henry Saville gründete schon 1619 in Oxford eine mathe-matische Bibliothek. — d. Für die nach und nach entstandenen öffentlichenSternwarten vgl. XII. — e. Isaac Newton (Whoolstorpe in Lincolnshire 1642 —London 1727) war erst Prof, inath. Cambridge, dann k. Miinzmeister in London und Präsident der Roy. Society. Vgl. „Dav. Brewster, Life of Is. Newton.London 1831 in 4., — und: Memoirs of the life, writings and discoveries ofSir Is. Newton. Edinburgh 1855, 2 Vol. in 8. (2. ed. 1860)“, — ferner diedurch Jean Castilion gesammelten „Opuscula. Lausann* 1744, 3 Vol. in 4.“ unddie durch Sam. Horsley besorgten „Opera qu* extant oinnia. London 1779—85,5 Vol. in 4.“ — f. Christian Huygens (Haag 1629 — ebenda 169.5) lebte, ab-gesehen von einigen Reisen und dem 1666—81 als Mitglied der Academie desSciences gemachten Aufenthalte in Paris , meist in seiner Vaterstadt als Privat-gelehrter. Vgl. „P. Harting, Clir. Huygens in zijn leven en werken. Groningen 1868 in 8.“ Von einer Gesamtausgabe seiner Werke ist bis jetzt der erste,einen Teil der Korrespondenz enthaltende Band unter dem Titel „Oeuvrescomplötes de Christiaan Huygens , publiees par la Societe Hollaudaise desSciences. La Haye 1888 in 4.“ erschienen. — (/. Jean Picard (La Fleche inAnjou 1620 — Paris 1682) lebte als Abbe und Akademiker in Paris , — durchVerdienst und Bescheidenheit gleich ausgezeichnet. — fi. Olaus Römer (Aarlms1644 — Kopenhagen 1710) war erst Akademiker in Paris , dann Prof, math,