Band 
Erster Halbband.
Seite
35
JPEG-Download
 

12

Die Zeit von Lajilace und Herschei. —

35

Revolution nicht abhalten, seine vortreffliche „Exposition du Systemeku monde. Paris 1796, 2 Yol. in 8.“ zu schreiben und sodann dieAmtlichen, teils durch sie beide, teils durch ihre uns bereits be-kannten Vorgänger ausgeführten Untersuchungen, in seinem „Traite 'R Mecanique celeste. Paris 1799, 2 Yol. in 4.“ zu einem GanzenZu verarbeiten c . Unterdessen gelang es Wilhelm Herschei d , durchEntdeckung des Uranus die seit alten Zeiten unser Sonnensystemabschliessende Mauer zu durchbrechen, ja durch wirklichen Nach-weis der namentlich von Lambert geahnten fortschreitenden Be-wegung der Sonne unsere Weltanschauung überhaupt wesentlich zuberichtigen und zu erweitern. Da überdies Guglielmini ® durch Fall-Versuche die tägliche Rotation der Erde zur Anschauung bringenkonnte, so war vor Abschluss des Jahrhunderts auch noch der letzteEinwurf, welcher gegen die Realität des Coppernicanischen Systemeserhoben worden war, definitiv beseitigt. — Die praktische Astro-nomie erhielt immer vollkommenere Instrumente zur Disposition fll nd da sich gleichzeitig auch die Beobachtungsmethoden fortwährendVerfeinerten und vervielfältigten, so wurde die Zuverlässigkeit allerRostimmungen wesentlich grösser. Überdies fallen auf diese ZeitRe grossen Expeditionen, welche 1761 und 1769 zur Beobachtung( ür sog. Venus-Durchgänge angeordnet wurden, um nach einemRühem Vorschläge von Halley die Sonnenparallaxe sicherer ermittelnZu können, — ferner verschiedene Versuche zur Bestimmung der mitt-Rrn Dichte der Erde, — endlich die, zur Grundlage des metrischenSystemes in Frankreich angeordnete neue Gradmessung o. — DieRirch Herschei ausgeführte konsequente Durchmusterung des Him-mels, deren erste grössere Frucht jene Entdeckung des Uranus -ge-wesen war, hatte noch viele andere Folgen, und überdies fand erau f den verschiedenen Gebieten tüchtige Mitarbeiter: Während erz - R. Mars studierte und dessen Polarflecken deutete, gelang esRieron. Schröter h , die Rotationen von Merkur und Venus zu be-s Enimen, — während er sich die Konstitution der Sonne zum Vor-Wurfe nahm, bemühte sich Chiatlni i , richtigere Ansichten überRe Meteore zur Geltung zu bringen, — während er durch sog.»Eichungen“ die Verteilung der Sterne und den Bau des Himmels zuer gründen suchte, inaugurierte Lalande sog. „Zonenbeobachtungen“,während er seine grossen Register über Doppelsterne, Stern-kaufen und Nebel anlegte, suchten die beiden Freunde Edward^■QOtt und John Goodricke l! veränderliche Sterne und deren Eigen-tümlichkeiten auf, — etc., etc., und es nahm so auch die be-treibende Astronomie einen früher ungeahnten Aufschwung. —Eie litterarische Thätigkeit war ebenfalls eine sehr umfassende und