13
39
weiter zu entwickeln. — Die praktische Astronomie erhielt durchdie Fortschritte der Feinmechanik und der technischen Optik c immervorzüglichere Hilfsmittel: Die Kreise wurden schärfer geteilt undmit Ablesemikroskopen versehen, die Visiermittel und mikrometri-schen Vorrichtungen verbessert, die Universalinstrumente, Meridian-kreise, Equatoreale etc., in immer befriedigenderer Weise erstellt— während zugleich die sog. „Sternwarten“, für die man bislanghohe Türme oder gar monumentale Bauten erstellt hatte, in ratio-nellerer Weise, mit ausschliesslicher Rücksicht auf zweckmässigereAufstellung der Instrumente, angelegt wurden. Die Astronomen ihrer-seits aber suchten durch passende Beobachtungsmethoden die un-vermeidlichen Beobachtungsfehler zu eliminieren, die Aufstellungs-fehler zu bestimmen und in Rechnung zu bringen, etc., und es istnamentlich Bessel g als Begründer der neuern Beobachtungskunstin hohen Ehren zu halten: Der Erfolg tritt in den genauem Be-stimmungen aller Konstanten und Coordinaten, in den sicherem An-gaben über die Gestalt und Grösse der Erde, sowie über die Di-stanzen der Wandelsterne, etc., klar zu Tage, — ist es ja sogarmöglich geworden, die von der frühem Zeit vergeblich an die Handgenommene Aufgabe der Ermittlung der Fixstern-Distanzen wenig-stens (607) bis zu einem gewissen Grade zu lösen. — Die Topographiedes Himmels wurde ebenfalls fast in allen ihren Teilen wesentlichgefördert: Namentlich gelang es Heinrich Schwabe h , durch lang-jährige konsequente Aufzeichnungen wenigstens für einen gewissenZeitraum eine Periodicität in der Häufigkeit der Sonnenfleckenuacbzuweisen, — Heinrich Mädler* durch eine neue „Mappa seleno-graphica“ dem Detailstudium unsers Begleiters eine sichere Basiszu geben, — Brandes und Benzenberg fc die kosmische Natur derSternschnuppen ausser Zweifel zu stellen, — Encke und Biela* unsmit Kometen von kurzer Umlaufszeit bekannt zu machen, — Besselund Argeiander m durch Zonenbeobachtungen und Sternkarten dieKenntnis des Sternhimmels mächtig zu fördern, —- Wilhelm Struve '",die Herschel’schen Arbeiten über die Doppelsterne in grossartigerWeise fortzuführen, sowie Savary eine erste Methode aufzufinden,um deren Bahnen zu berechnen, — etc. — Auch die Tbätigkeitauf litterarischem Gebiete war nicht unbedeutend, und dabei kamuach und nach immer mehr das Bestreben zur Geltung, einerseitsdie Hauptergebnisse der Wissenschaft grossem Kreisen mundgerechtzu machen und sich dafür anderseits in ganz specielle Untersuchungenzu vertiefen, sowie durch geeignete Puhlikationsmittel die Fach-genossen rasch mit deren Ergebnissen bekannt zu machen. So mögenbeispielsweise die Schriften und Journale „Jos. Joh, v. Littrow p ,