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— Die ersten Uhren. —
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durch eine Schnur mit einem Zeigerwerke in Verbindung stand, — ja fügteauch Datumszeiger, Schlagwerke, etc. hinzu, — und gefiel sich, zur Konstruk-tion edle Metalle, Edelsteine etc., zu verwenden: So soll Pompejns 62 v. Chr.im Pontus eine täglich nur Ein Mal zu füllende Wasseruhr erbeutet haben,bei welcher Gefäss und Zifferblatt aus Gold bestanden, die Zeiger mit Rubinenbesetzt und die Zahlen in Saphir eingeschnitten waren. — Eine andere ArtAVasseruhr, welche die alten Indier benutzten, bestand aus einer hohlen,kupfernen Halbkugel, welche unten eine feine Öffnung besass: Sie wurde aufWasser gesetzt, wobei sie sich langsam füllte, und durch den Moment, in demsie untersinken wollte, einen bestimmten Zeitabschnitt abschloss (vgl. die Notizvon Schlagintweit in Münchn. Sitzungsb. 1871). — b. Die Sanduhren, welcheschon bei den Chaldäern gebräuchlich gewesen sein sollen, waren im Abend-lande sehr verbreitet, ja wurden bis in die neuere Zeit beim Kirchen- undAVachtdienst als „Stundengläser“ vielfach gebraucht. Vgl. meine betreffendenVersuche in Mitth. 36 von 1874. — c. Der meist horizontal schwingendeBalancier (die sog. Bilanz) trug an seiner Axe (Spindel) zwei, um den Durch-messer eines sog. Kronrades von einander abstehende, somit abwechselnd obenund unten in dasselbe eingreifende Lappen (palettes), und seine Wirkungkonnte durch Veränderung der Distanz zweier angehängten Gewichte variiertwerden. — d. In das Sperr-Rad, welches die Verbindung der AValze mit einemRade vermittelt, greift nämlich ein Haken so ein, dass die Verbindung beimAufziehen gelöst, beim Sinken des Gewichtes durch eine Feder wieder her-gestellt wird. — e. Die Räderuhren, welche die Araber benutzt haben sollen,waren mutmasslich nur AA r asseruhren mit Räderwerken, denn sonst würden sieunzweifelhaft in den „Libros del Saber (vgl. 6: e)“ neben diesen ebenfalls er-wähnt -worden sein; dagegen ist sicher, dass im 14. Jahrhundert, wenn auchnoch in roher Ausführung, einzelne vollständige Gewichtuhren erstellt wurden:Als Beispiele führe ich die noch jetzt im Kensington-Museum aufbewahrte,früher auf dem Schlosse in Dover stehende, die Jahrzahl 1348 zeigende undwahrscheinlich durch den englischen Mönch Richard von Wallingford (AValling-ford in Berkshire geh.; Abt des Benediktiner-Klosters St. Alban in Frankreich ,der nach „P. Dubois, Histoire de l’liorlogerie. Paris 1849 in 4., p. 67“ schon1324 für sein Kloster eine Uhr verfertigte) konstruierte Uhr an, — ferner die1737 (vgl. die damals durch Julien Le Roy besorgte neue Ausgabe von „HenrySnlly, Regle artificielle du temps. Paris 1717 in 8.“) noch in natura vor-handene, sowie in detaillierten Zeichnungen (z. B. in Band 1 von Berthonds„Histoire de la mesure du temps“) auf uns gekommene Uhr, welche der Lo-thringer Heinrich von Vic in den Jahren 1364—70 für Karl V. von Frankreich verfertigte, dafür neben freier Wohnung- den damals nicht unbeträchtlichenTaglohn von 6 Sous beziehend. — Diese ersten Uhren eigneten sich allerdingsausschliesslich für Thurmuhren, wie eine solche z. B. 1368 bei St. Peter inZürich aufgestellt wurde; denn sie waren nur in grossem Masstabe ausführ-bar und erforderten enorme Gewichte, um im Gang erhalten werden zu können,— soll ja dasjenige der Uhr Heinrichs volle 500 U betragen haben. Aber baldverfeinerte sich auch der Bau, so dass die Erstellung von Zimmeruhren undautomatischen Werken gelang, ja Giovanni Dondi (Chioggia 1318 — Genua 1389; Prof, astron. et med. Padua) um hervorragender Leistungen willen denBeinamen „dalk orologio“ erhielt, und bereits im 15. und 16. Jahrhunderteigentliche Kunstwerke entstanden, wie unter anderm (vgl. Biogr. II1) die1571—74 zu Strassburg durch Konrad Dasypodius mit Hilfe von Isaak und