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Die Geodäsie.
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welcher erst seinen Abschluss fand, als sich Frankreich entschloss,dem Vorschläge von Jean-Theophyle Desaguliers entsprechend^, zweider Breite nach möglichst verschiedene Gradmessungen in Peru undLappland anzuordnen h , mit welchen wir uns unter den folgendenNummern speciell befassen werden.
r £n 480: a. Schon 1677 hatte Picard die Absicht, mit Hilfe von Römerdie Amplitude seines Gradbogens durch gleichzeitige Beobachtungen «an beidenEndpunkten neu zu bestimmen, was jedoch wegen andern Aufträgen undKrankheit nicht zur Ausführung kam; dagegen wusste er 1681 Colbert zu be-lieben, die Gradmessung nach beiden Seiten hin bis an die Grenzen des Reichesverlängern zu lassen, teils um die Grösse der Erde noch sicherer bestimmenzu können, teils namentlich auch, um an diese Meridianlinie als Axe ein ganzFrankreich bedeckendes, eine richtige Grundlage für eine Landeskarte ver-schaffendes Dreiecksnetz zu legen. Da Picard leider schon im folgenden Jahrestarb und Römer in seine Heimat zurückgekehrt war, so fiel jedoch die Lösungder Aufgabe Dom. Cassini zu, der nun wenigstens ihren ersten Teil, wennauch die Arbeiten durch Kriege wiederholt auf längere Zeit unterbrochenwurden, von 1683 bis 1720 mit Hilfe seines Sohnes Jacques und seines NeffenMaraldi in bestmöglicher Weise löste; aber es darf nicht vergessen werden,dass Picard der eigentliche Vater des Ganzen war, und es der Unverfrorenheitvon Cassini (der sich nach Delambre V 727 schon 1670 nicht geschämt hatte,nach Bologna zu schreiben „que depuis son arrivee en France il a fait reprendreet recommeneer avec de plus grands instrumens la mesnre de la terre“) be-durfte, seinen vielen reellen Verdiensten auch noch dieses beilegen zu wollen.— 6. Job. Kaspar Eisenschmidt (Strassburg 1656 — ebenda 1712; Arzt inStrassburg ) gab in seiner „Diatribe de figura telluris elliptico, splujcroide.Argentorati 1691 in 4.“ an, dass die Gradläuge nach
Eratosthenes
100
römische Meilen
unter 27 0
Polhöhe
Riccioli
80
11
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11
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11
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15
Snellins
71A
11
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„ 52
11
betrage, und dass diese Daten ein verlängertes Rotationsellipsoid bedingen,dessen Axe etwa 10890 r. M. besitze, während dem Radius des Equators nur 8288r. M. znkommen. Wenn man nun nicht berücksichtigt, dass nach dem Vorher-gehenden nur die mittlere dieser 5 Angaben Zutrauen verdient, so scheintsich hieraus allerdings ein starkes Argument für die Eiform der Erde zu er-geben, an welche (vgl. Günthers Note in Leopoldina XXV von 1889) schon imAltertume zuweilen gedacht wurde, während von einer Abplattung an den Polennie die Rede war. — c. Als Dom. Cassini von 1700 hinweg die Picard’scbeGradmessung nach Süden verlängerte, schien ihm die Gradlänge zuzunehmen,und daraus zog er anfänglich (vgl. Mem. Par. 1701) den Irrschluss, dass alsowirklich entsprechend den Ansichten der Theoretiker die Erde an den Polenabgeplattet zu sein scheine, wofür ihn noch 1740 Maupertuis in seinem Pamphlete„Lettre d’un horloger anglais ä un astronome de Pekin“ verhöhnte, — späterdagegen sah er (vgl. Mem. Par. 1713) ganz gut ein, dass dies gegenteils aufeine Meridianellipse deute „dont le grand diametre represente l’axe de laterre“, und dieser Ansicht pflichtete dann auch sein Sohn Jacques Cassini bei,als er in der Schrift „De la grandenr et de la fignre de la Terre. Paris 1720