— Einige Zusätze und Berichtigungen. —
317
jetzt einen gewissen Wert; dagegen war der Vorschlag von Lampadius,abzuzählen, wie viele durchsichtige Scheibchen eine Lichtquelle un-sichtbar machen, nicht sehr glücklich. Für andere Verfahren und über-haupt für das ganze Gebiet vgl. „Adrien Palaz (Riez bei Cully 1863geb.; Prof. math. Lausanne), Traite de Photometrie industrielle. Paris 1892 in 8.“
65 (zu 148): Als Th. Young von einemzwei enge Öffnungen u und ß ii
Punkte A aus homogenes Licht durcheinen dunkeln Raum treten liess, sozeigten sich auf einem entgegengehal-tenen weissen Schirme regelmässigeFolgen von hellen und dunkeln Streifen,— genau wie es erfolgen muss, wenndas Licht in einer Wellenbewegung be-steht, und sich somit nach dem Durch-gänge durch a und ß nach allen Rich-tungen ausbreitet: Nehmen wir näm-lich z. B. an, es liege ß vertikal über «,so wird es auf dem Schirme eine Hori-zontale geben, deren Punkte a von «und ß gleichen Abstand haben, währendjedem andern Punkte b, wenn uß=cund ab = e ist, eine Wegdifferenz
« b - ß b = V^+V, c) 2 + d 2 - V(e - V, c) 2 + d 2 ^ - e 1
entspricht. Während somit die bei a zusammentreffenden Strahlen gleicheWege durchlaufen haben, folglich sich nach der Wellenlehre verstärkenund also e = 0 eine helle Stelle entspricht, so nimmt mit e auch die Weg-differenz und damit die Schwächung des Lichtes fortwährend zu, bis jenefür einen gewissen Wert e' gleich der Hälfte der Wellenlänge l wird,also eine vollständige Interferenz oder eine dunkle Stelle entsteht. Misstman somit e', so kann man nach der aus 1 folgenden Formel
l = 2 ■ e' • c : d 2
die Länge der Wellen des angewandten Lichtes wirklich berechnen, undso erhielt Fresnel, indem er durch Vorsetzen eines roten Glases das Lichteiner Flamme homogen machte, l — 0,67‘" oder, wenn die Geschwindigkeitdes Lichtes (467) zu 300000 1 ™ angenommen wird, auf eine Sekunde dieenorme Anzahl von 300000 km : 0,67““ :=; 448 Billionen sich folgender Wellen.Entsprechend lassen sich auch die Wellenlängen anderer Farben messen;jedoch erhält man sie, wie schon Fraunhofer zeigte, noch bequemer undgenauer, wenn man sog. „Gitterspektra“ erzeugt und die Messungen aufdie nach ihm benannten Linien bezieht. — Zum Untersuchen eines Licht-strahles auf seine Polarisation dient meistens ein von William Nicol (1768?bis 1851; Prof. phys. Edinburgh ) aus zwei Doppelspathen kombiniertes und1828 in Jamesons philos. Journal beschriebenes, seinen Namen tragendesPrisma: Enthält das auffallende Licht keine polarisierten Strahlen, sohat eine Drehung des Nicol keinen Einfluss, — ist es dagegen gemischt,so variiert die Intensität während derselben, — und findet sich eineStellung, wo letztere unmerklich wird, so ist das polarisierte Licht zummindesten weit überwiegend.