Band 
Vierter Halbband.
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— Die Sonne. —

531

Xu 531 : a. Von den bald nach Erfindung der Photographie mit schönstemErfolge gemachten Versuchen, dieselbe auch zur Darstellung der Sonne undihrer Flecken zu benutzen, ist schon früher (145) die Rede gewesen, und esbleibt hier namentlich nachzutragen, dass schon 1857 Warren Delarue (Guernsey 1815 — London 1889; reicher Papierfabrikant in London , der sich durch eigeneArbeiten und Munificenz grosse Verdienste um die Astronomie erwarb) in Keweinen Photoheliographen aufstellte, mit welchem sodann von 1862—72 regel-mässig gearbeitet wurde, so dass an 1721 Beobachtungstagen eine Serie von2778 Sonnenphotographien erhalten wurde, deren Resultate zum Teil in derPublikation „Warren Delarue, Balfour Stewart und Benjamin Loewy: Researcheson Solar Pbysics (Ph. Tr. 1865—70)“ niedergelegt sind. Seither funktioniertdieser Apparat in Greenwich , und überdies sind viele Sternwarten und astro-physikalische Institute, wie z. B. die in Cambridge U. S., Meudon, Potsdam , etc.,mit ähnlichen Instrumenten ausgerüstet worden, so dass jetzt selten mehr einTag vergeht, an welchem nicht wenigstens an Einem Punkte der Erde einSonnenbild erhalten werden kann, ohne dass jedoch dadurch die bisherigenZählungen und Positionsbestimmungen überflüssig werden. — b. Es unterliegtkaum einem Zweifel, dass diese neue Anwendung uns in absehbarer Zeit nochviele andere wichtige Aufschlüsse bringen und den Ausspruch von Janssen„que la plaque photographique sera bientöt la veritable rdtine du savant“ inschönster Weise illustrieren wird.

532. Die Analyse des Sonnenlichtes. — Es ist schonfrüher (138) davon gesprochen worden, wie Newton das Sonnenlichtmit Hilfe eines Prismas analysierte und (147) in welch’ wirksamerWeise zu Anfang unsers Jahrhunderts die Wollaston und Fraunhoferdiese Untersuchungen mit Hilfe des Spektroskopes weiter auszu-dehnen begannen, und es bleibt somit hier nur noch einerseits kurzzu erwähnen, was zur Zeit Arago mit seinem Polariskope erreichte",und anderseits einige specielle Ergebnisse der neuern Spektroskopienachzutragen, welche für gegenwärtigen Abschnitt von besondermWerte sind h .

Xu 533 : a. Durch die Entdeckung der sog. chromatischen Polarisationin den Stand gesetzt, das natürliche Licht von dem ganz oder teilweise polari-sierten mittelst des Kontrastes komplementärer Farben auf den ersten Blickzu unterscheiden, machte Arago Versuche mit weissglühenden Kugeln, ge-schmolzenen Metallen und Leuchtgasflammen, und fand dabei, dass sowohlglühende feste als flüssige Körper bei schief einfallendem Lichte beständigpolarisiertes Licht aussenden, — Flammen oder mit festen glühenden Partikel-chen durchzogene Gase dagegen immer nur natürliches Licht, da das durchsie nach allen Richtungen geworfene polarisierte Licht als resultierendes nurnatürliches geben kann. Da nun sein Polariskop, — eine fernrohrartige Vor-richtung von 25""" Öffnung auf 25 cln Länge, bei welcher das Objektiv durcheine etwa 12 ,nm dicke, senkrecht zu den Kanten des sechsseitigen Prismas ge-schnittene Bergkrystallplatte, das Okular aber durch einen etwa 15"”" dickenDoppelspath ersetzt war, — bei direktem Sehen nach der Sonne zwei weisseBilder gab, dagegen zwei komplementärfarbige, wenn er die Sonne in einemSpiegel betrachtete, so waren also die bei direktem Sehen erhaltenen Strahlen