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— Die Planeten, Monde und Eilige. —
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seit 1882 ansgefiihrten Tagesbeobaclitungen Merkurs überzeugend nachwies,dass sich Merkur gegenüber der Sonne wie der Mond gegenüber der Erde ver-halte, d. h. dass für ihn Rotation und Revolution gleichviel Zeit in Anspruchnehmen, also derselbe der Sonne, abgesehen von der ziemlich starken Libra-tion in Länge, stets dieselbe Seite zuwende, — somit auch die kleinen Un-gleichheiten, welche Schröter nach etwas mehr als einem Tage in dieselbeStellung zurückgekommen glaubte, uns nach einem Tage noch in derselben zustehen scheinen, weil sie eben in ihr geblieben sind. — e. Setzt man die mittlereDistanz d von Erde-Sonne gleich 150 Millionen Kilometer und nach Kaiserden scheinbaren Durchmesser des Merkur in dieser Distanz' 2 i> = 6",61, soerhält man in der Tliat den wahren Durchmesser des innersten Planeten2 r = 2 ■ d • Si q :=! 4800 kl ”.
53 7. Die Beschaffenheit dev Venus. — Der Planet Venus ist, da seine Elongation auf 48° ansteigt und überdies seine Distanzvon uns zuweilen viel geringer als diejenige Merkurs wird, vielhäufiger und leichter als dieser sichtbar, und so wurden auch seinePhasen schon durch Galilei und dessen nächste Nachfolger bereitsvielfach wahrgenommen Dagegen ist man auffallenderweise überdie Rotationsverhältnisse und die Oberflächenbeschaffenheit der Vennsnoch gegenwärtig fast ganz im unklaren, da das wenige, was mandarüber nach Cassini und Schröter zu wissen glaubte, durch die Neu-zeit, und wieder voraus durch Schiaparelli, als unhaltbar erwiesenwurde, und das durch Vogel erhaltene sichere Ergebnis, dass dasSpektrum der Venus fast ganz mit demjenigen der Sonne iiberein-stimmt, zwar höchst interessant, aber natürlich nicht dazu angethanist, nach dieser Richtung mehr als einige wenige Anhaltspunkte zugeben 6 . — Sehr auffallend ist der starke Glanz, den Venus bei ge-wissen Stellungen erreicht; nicht nur überstrahlt sie in solchenFällen alle Sterne erster Grösse und vermag Schatten zu werfen,sondern sie wird zuweilen sogar am hellen Tage sichtbar und hatschon mehrmals die abergläubische Menge geängstigt e . — Wieendlich zuerst G. Kirch bemerkt zu haben scheint, wird manchmaldie Nachtseite der Venus selbst mit ganz geringen optischen Hilfs-mitteln sichtbar, während sie andere Male unter anscheinend ganzanalogen Verhältnissen sogar mit den allerbesten Fernrohren absolutnicht zu sehen ist a .
%u 5JI: a. Die von Coppernicus nur gemutmassten Phasen der Venus nahm Galilei bald nach Erfindung des Fernrohrs wirklich wahr, ja teilte schon1610 XII 11 seinen Fund dem Gesandten Giuliano de’ Medici in Prag durchdas Anagramm „Haec immatura a me jam frnstra leguntur oy“ mit, von wel-chem er sodann 1611 I 1 die Lösung „Cynthise (i. e. Lunse) figuras minnlaturmater amorum (i. e. Venus )“ gab; auch an Castelli und Clavius berichtete erdarüber und hob in seinem Briefe an letztem hervor, wie diese Erscheinungenbeweisen, dass Venns (wie wohl auch jeder der übrigen Planeten) nur durch