546 — Die durch Hencke inaugurierte neue Serie von Entdeckungen. — 459
und dieselben immer und immer wieder mit dem Himmel verglich, bis er end-lich nach 15 Jahren einen ersten und dann 2 Jahre später noch einen zweitenErfolg verzeichnen konnte. Durch diese ermutigt, wandten sich sodann alsbaldviele jüngere Kräfte demselben, durch die unterdessen publizierten Hilfsmittelüberdies immer zugänglicher gewordenen Gebiete zu, und so wurden im Laufevon wenigen Decennien ganz ungeahnte Resultate erzielt, auf die im folgendennoch näher eingetreten werden soll. — l>. Als glückliche Entdecker von neuenPlanetoiden oder Asteroiden folgten Hencke zunächst die John Rüssel Hind(Nottingham 1823 geh.; Obs. von Bishop und Superint. Naut. Alm.), A. deGasparis, Hermann Goldschmidt (Frankfurt 1802 — Fontainebleau 1866; Hi-storienmaler zu Paris), J. Chacornac, etc., — dann die Rob. Luther, NormanRobert Pogson (Nottingham 1820 — Madras 1891; damals Obs. Oxford, dannDir. Madras), Wilhelm Tempel (Nieder-Cunersdorf in der Lausitz 1821 — Arcetribei Florenz 1889; erst Lithograph, dann Dir. Obs. Arcetri ), Jam. Watson, etc.,
— nachher die A. Borrelly, G. Coggia, Paul et Prosper Henry, J. Perrotin, etc., —jedoch wurden sie alle durch die Johann Palisa (Troppau 1848 geh.; Obs. Wäh-ring hei Wien ) und C. IL Peters übertroffen, da der erstere allein bereits überein halbes Hundert solcher Entdeckungen aufznweisen hat, und der letzterebis zu seinem 1890 erfolgten Tode das halbe Hundert wenigstens nahezu er-reichte. — Dass viele Glieder der Kette noch fehlen, ersieht mau aus denfortwährenden, in der neuesten Zeit von Max Wolf auch durch photographischeAufnahmen erzielten Entdeckungen, — wie viele es aber sind, wird man kaumerfahren, selbst wenn die (594) projektierte vollständige Aufnahme des Stern-himmels vollendet sein wird. — Dass noch jetzt jeder neu aufgefundene Planetoiddurch seinen Entdecker oder einen von diesem erbetenen Gevattersmann einenNamen erhält, ist eine unschuldige Spielerei; dagegen ist man glücklicherweiseganz von der anfänglichen Übung zurückgekommen, für jeden dieser kleinenWeltkörper ein eigenes Zeichen einzuführen, und hat allgemein ein 1851 vonGould und mir vereinbartes, sodann von uns Encke beliebtes System eingeführt,
— nämlich einfach die in einen Kreis eingeschlossene Ordnungsnumraer derEntdeckung als Bezeichnung zu benutzen.
54'S. Die Austeilung der Asteroiden. — Wie sich dieAnzahl der entdeckten Asteroiden mehrte, nahm auch das Bedürfniszu, ihre Austeilung zu studieren, und es ist dadurch nicht nur (545)festgestellt worden, dass diese kleinen Körper nichts weniger alsTrümmer sind, sondern dass sie ein in sich abgeschlossenes, ganzeigentümliches, eine Art Übergang von den Hauptplaneten zu denKometen bildendes System repräsentieren, ja es ist namentlichd’Arrest und Kirkwood gelungen einige dasselbe charakterisierendeVerhältnisse aufzudecken
Xu S47 : a. Als 1879 die Anzahl der bekannten Asteroiden auf 200 ge-stiegen war, lag bereits ein genügendes, d. h. die hei solchen Aufsuchungenunvermeidlichen Zufälligkeiten überdeckendes Material vor, um den Bau desSystemes näher prüfen zu können, und es ergaben sich aus demselben folgende,durch die seitherigen Neuentdeckungen im grossen Ganzen bestätigten Resul-tate: Die mittlern Distanzen der Asteroiden von der Sonne schwanken zwischen2,1327 und
3,9437