Band 
Vierter Halbband.
Seite
491
JPEG-Download
 

565

Die Zählungen und deren erste Ergebnisse. —

491

über dem Horizonte befindlichen dieser Sterne. — Nachdem schon Brandes undHerrick darauf hingewiesen hatten, dass die Häufigkeit der Sternschnuppenvon Abend gegen Morgen zuzunehmen scheine, wurde die wirkliche Existenzeiner solchen täglichen Periode durch die R. A. Coulvier-Gravier (1803 — Paris 1868; Privatgel. Paris) und Jacques-Frederic Saigey (Montbeliard 1797 — Paris 1871; Litterat und Verf. phys. Instr. Paris ) nachgewiesen, indem sie in ihren„Recherches sur les etoiles Alantes. Paris 1847 in 8.“, gestützt auf zahlreicheBeobachtungen in den Jahren 1841—45, für die Stunden von 6 1 ' Abends bis6 1 ' Morgens die durchschnittlichen Häufigkeitszahlen

3,3 3,5 3,7 4,0 4,5 5,0 5,8 6,4 7,1 7,6 8,0 8,2

fanden. Später gab der Erstgenannte, gestützt auf zwölfjährige Beobachtungen,die neue Reihe

6,5 7,0 6,3 7,9 8,0 9,5 10,7 13,1 16,8 15,6 13,8 13,7

während Jul. Schmidt, vgl. dessen „Resultate aus zehnjährigen Beobachtungenüber Sternschnuppen. Berlin 1852 in 8. (auch A. N. 1756 von 1869)“ ans 2840stündlichen Beobachtungen die Reihe

5,3 5,7 6,7 7,9 9,5 11,6 14,1 16,3 17,9 18,2 18,7 14,9

erhielt. — Auch die bereits von Brandes hervorgehobene Thatsache, dass dieSternschnuppen im Herbst viel häufiger als im Frühjahr gesehen werden, wurdedurch die erwähnten Zählungen in schönster Weise belegt, indem Coulvier-Gravier (1. c.) aus fünfjährigen Beobachtungen für Einen Beobachter und die12 Monate als mittlere stündliche Häufigkeit die Werte

3,6 3,6 2,7 3,7 3,8 3,2 7,0 8,5 6,8 9,1 9,5 7,2

erhielt, deren Mittel 5,72 beträgt, — ich selbst (vgl. Ziircli. Viert, von 1859)aus neunjährigen und fast ausschliesslich vormitternächtlichen Zählungen dieReihe 5,5 5,4 5,2 4,6 4,1 5,4 9,8 12,9 7,4 6,4 5,0 4,1

mit dem Mittelwerte 6,34 ableitete, — und endlich Schmidt (1. c.) aus 27-jährigenBestimmungen

13,1 6,4 10,7 11,6 8,7 9,4 18,3 25,0 11,7 18,1 16,6 18,0

mit dem Mittelwerte 13,97 fand. Dass die im folgenden zu besprechenden Stern-schnuppenregen diese letztem Reihen bedeutend stören, ist leicht ersichtlich.

5<»ß. Die Arbeiten von und seit Schiaparelli. — Die

hehre von dem Sternschnuppen-Phänomene wurde in der neuernZeit namentlich durch Schiaparelli gefördert, indem es ihm gelang,unter der plausibeln Annahme, dass man die meisten dieser Meteoregegen den Apex hin sehen werde, sowohl die tägliche als die jähr-liche Häufigkeitsperiode befriedigend zu erklären, und überhauptdie ganze Erscheinung nach ihren Hauptzügen klar zu legen —Dagegen ist man allerdings über die eigentliche Natur der Stern-schnuppen noch jetzt nicht vollständig im reinen, wenn man auch diealtern Ansichten ganz fallen gelassen hat und fast ausschliesslichUiit Chladni annimmt, dass dieselben kleine kosmische Körper seien,Welche beim Eintritte in die Atmosphäre sich bis zum Leuchtenerhitzen, ja zum Teil in derselben verbrennen, wobei die allfälligen