Band 
Vierter Halbband.
Seite
546
JPEG-Download
 

546

— Die Stellarastronomie.

600

de nova stella“, dass dieser den neuen Stern von XI 8 hinweg regelmässigbeobachtete, während die erste Wahrnehmung durch Tycho erst von XI 9datiert. Dagegen bleibt letzterer unbedingt als Hauptbeobachter bestehen undseine Schrift „De nova stella. Hafniae 1573 in 4. (auch mit vielen Zusätzenin den 1602 zu Prag ausgegebenen ersten Teil seiner Progymnasmata auf-genommen)“ wird für alle Zeiten die Hauptquelle für diese merkwürdige Er-scheinung bilden, wenn auch für den Detail einige andere der damals er-schienenen zahlreichen Gelegenheitsschriften einiges Interesse bieten mögen,wie z. B. „Corn. Gemma, Stell» peregrinse jam primum exort» et caelo con-stanter haerentis cpuwofnvov vel observatum divinte providentiee vim et glorisemajestatem abunde concelebrans. Lovanii 1573 in 4. (soll die Behauptung ent-halten, man habe den Stern XI 8 noch nicht, sondern erst XI 9 gesehen), —C. Leovitius, Judicium de nova stella A. 1572. Lauingen 1573 in 4. (er sah denStern erst XI 25 und schrieb. 1573 II 20: „Er ist an einem ort bliben vastzwee ganzer Monat. Es gedunltt mich aber, er sey jetzund innerhalb einesMonats bei 3 Grad gegen Cepheus fortgangen“), — Dav. Chytraeus, De stellainusitata et nova qu* A. 1572 mense Nov. conspici coepit et de Cometa A. 1577.Rostoch 1577 in 4. (sah die Nova schon XI 8), — etc.“ Noch bleibt beizufügen,dass man schon während der Sichtbarkeit der Nova daran dachte, sie mit denin 599 erwähnten Sternen von 945 und 1264 zu identifizieren, — dass sodannwieder Keill an eine Periode von circa 300 Jahren dachte, indem er 1721 inseiner „Astronomy “ aussprach, es dürfte der Stern von 1572 in 150 Jahren(also 1871) wiederkehren, — dass später Edw. Pigott nicht nur diesen Ge-danken, sondern überhaupt die Periodicität festhielt, schon 1782 für die Gegendder Nova eine detaillierte Sternkarte entwarf und von Zeit zu Zeit wiedermit dem Himmel verglich, ohne jedoch Veränderungen zu bemerken, — unddass endlich Argeiander (A. N. 1482 von 1864) aus den Tychonischen Bestim-mungen für die Nova eine Position (0*‘ l m 52“,4 und 61° 46' 23" für 1573;0 h 17" 1 19“,8 und 63° 23' 55" für 1865) erhielt, welche innerhalb ihrer Unsicher-heit mit derjenigen (0 h 17’" 18" und 63° 22',9 für 1865) eines von d’Arrest auf-gefundenen Sternchens 10. 11. Grösse übereinstimmt. — Die Nova von 1604scheint zuerst zu Prag 1604 IX 30 a. St. durch den Böhmen Johannes Brunowskigesehen worden zu sein. Er machte sofort seinen Lehrer Kepler darauf auf-merksam, der nun den Stern ebenfalls beobachtete, aber ihn zuerst für einenKometen hielt, und eine von 1605 II 20 datierte „Epistola de Cometa 1604ad Barth. Scultetum“ in Druck legen liess, der dann aber im folgenden Jahredie Hanptsehrift „De stella nova in pede Serpentarii. Prag » 1606 in 4.“ folgte.Von übrigen betreffenden Publikationen erwähne ich noch „Dav. FabriciuS,Bericht vom grossen newen wunder-stern des 1604 Jahres. Hamburg 1605 in 4.(sah die Nova zuerst 1604 X 1 a. St.)“. Denier ist beizufügen, dass der Sternvon 1604 mit denjenigen der Jahre 123 und 1230 identifiziert werden wollte,woraus sich eine Periode von etwa 370“ ergeben würde, — dass Pigott auchfür ihn eine Specialkarte entwarf, aber ebenfalls keine Veränderungen kon-statieren konnte, — und endlich dass Schiinfeld fand, er müsste 1855,0 + *die Position 17 h 21™ 57“,1 + 3“,586 ■ t und — 21° 21',2 — 0',055 • t besitzen.

GOA. Einige spätere neue Sterne. — Zwischen die beidenso gut konstatierten neuen Sterne von 1572 und 1604 fallen nocheinige, wenn auch nicht so sichere und glänzende Erscheinung® 11solcher Art, und ebenso hat man seit 1604 und bis auf die Gegen-