Band 
Vierter Halbband.
Seite
554
JPEG-Download
 

554

— Die Stellarastronomie. —

605

von veränderlichen Sternen mit Einschluss der neuen Sterne (Mannh. Jahrcs-her. 32)“ zu gehen, der bereits 119 Nummern und höchst interessante „Noten“enthielt, und diesem folgte sodann 1875 sein „Zweiter Catalog von veränder-lichen Sternen (Mannh. Jahresber. 40)“, der sich sogar auf 143 Nummern er-streckt, — noch jetzt in Sachen die Hauptquelle bildet, — und auch zunächst,immerhin unter Benutzung der seitherigen Arbeiten von Vogel und Duner, zurErstellung unserer Tab. X 1 ’ benutzt wurde. — c. Wie schon angedeutet, isthei einzelnen Sternen auch der ziemlich sichere Nachweis eines periodischenFarbenwechsels geleistet worden: So haben namentlich Weber und Klein (vgl.A. N. 2111 von 1876, Wochenschr. 1877, etc.) hei « Ursse majoris den periodi-schen Wechsel fenerrot-weiss-gelb-feuerrot nachgewiesen, und ersterer dieDauer der Periode auf 33'/* d festgesetzt. Jedoch dürfte es, da Beobachtungendieser Art ausserordentlich schwierig und auch noch kaum in genügender An-zahl vorhanden sind, ratsam erscheinen, mit Schlüssen und Theorien zurückzu-halten.

<> 06 . Die gegenwärtigen Ansichten. — Es giebt kaumeine Klasse von Erscheinungen am Himmel, in welcher so vieleAbstufungen und Übergänge mit wesentlichen Verschiedenheitenwechseln, als dies bei den veränderlichen und den gegenwärtig vonihnen kaum mehr abtrennbaren sog. neuen Sternen der Fall ist, undes lassen sich dieselben daher schwerlich auf eine übereinstimmendeWeise erklären, so dass es angegeben erscheint, die betreffendenHimmelsgebilde zu klassifizieren und jede Klasse für sich ins Augezu fassen, wie dies unten geschehen soll

X» #06 : n. Nach dem überhaupt für die neuern Forschungen auf demGebiete der Stellarastronomie mit Nutzen zu konsultierenden Werke „AgnesClerke, The System of the stars. London 1890 in 8.“ teilte Pickering die unshier berührenden Gebilde 1880 (vgl. Proc. Amer. Acad. XVI) in die fünfKlassen: I. Temporäre oder neue Sterne; II. Sterne, die, wie Mira Ceti, inmehrmonatlichen Perioden auffallend veränderlich sind; III. Sterne mit ge-ringen und unregelmässigen Fluktuationen; IV. Sterne, die, wie S Cephei und/9Lyrse, in Perioden von wenigen Tagen ihr Licht wechseln; V. Sterne desAlgol-Typus. Ich muss jedoch gestehen, dass mich diese Einteilung nichtvollständig befriedigt und dass ich mir erlaube, derselben für die versprocheneDiskussion die folgende Einteilung in vier Klassen zu substituieren: ErsteKlasse für Sterne, die nur ausnahmsweise sichtbar sind. In diese Klasse ge-hören, ausser den beiden neuen Sternen von 1572 und 1604 (600), ein grosserTeil der in 599 und G01 aufgezählten und in 602 diskutierten Erscheinungen,— einige derselben möchten dagegen vielleicht allerdings besser der folgendenKlasse eingereiht werden. Zweite Klasse für Veränderliche, deren Periodenach Dauer und Verlauf nur unvollkommen bekannt ist. In* diese Klasse ge-hören vor allem aus »; Argus und U Geminoruin (vgl. 605) und überhaupt die-jenigen Veränderlichen, über deren Unkenntnis man sich gegenwärtig meistensdadurch wegzuhelfen sucht, dass man sie als „irreguläre“ bezeichnet. Sie ent-ziehen sich vorläufig noch jeder Diskussion; aber ich möchte ihre Gesamtheit,in der Hoffnung, dass es später gelingen werde, die mitwirkenden Faktorenauszuscheiden, als die „Klasse der Zukunft“ bezeichnen und sie zur sorg'