war, wurde die Kattunfabrikation 1746 durch Schmalzer undSamuel Köchlin, den Großvater der noch jetzt lebenden be-rühmten Fabrikanten-Familie, Gebrüder Köchlin, ins Dasei»gerufen, und erlangte, da dieses Gewerbe fast das einzige unzünftiffund im eigentlichen Frankreich das Kattundrucken noch nicht erlaubtwar, in Kurzem eine bedeutende Ausdehnung. So grob die Gewebeim Faden waren, und so kunst- und geschmacklos die Muster erschie-nen, die man nur in Krapp zu färben verstand, so verkaufte sich dochdas Stück von 15 Stab zu etwa 15 fr. L. und einige Häuser ver-fertigten jährlich schon viele tausend Stücke.
Erst gegen das Jahr 1780, als I. M. Haußmann di<Fortschritte der Schüle'schen Fabrik in Augsburg, die bereits Kupfer-druck und ein schönes Krapproth besaß, nach Colmar verpflanzte,und Hartmann in Münster seine Fabrik errichtete, begann all-mächtig jenes Streben nach Vervollkommnung der Erzeugnisse, dffzuletzt den Fabriken des Oberrheins, vorzüglich seit einigen Jahr-zehnten, sowohl in Beziehung des Geschmacks, Feinheit der Stoffe,als auch Schönheit und Dauerhaftigkeit des Colorits, die» Superie-rität vor allen andern Ländern der Welt erworben hat.
Erst vom Jahre 1775 bis 1600 fingen die Mülhauser gedruck-ten Kattune an, berühmt.zu werden. Im Laufe dieser Zeit sandte»die Fabriken den größten Theil ihrer Produktion nach Frankreich . Sbahmten zum Theil den indischen ächten Farbendruck nach, auch fingman an diesen Industriezweig in zwei Theile zu trennen; mehret-Fabrikanten blieben nur bei dem bessern und theuern Genre stehen,während andere sich mit geringern Gattungen Druckwaarcn beschäf-tigten, und daher eine größere Oekonvmie einführten.
Der Gewinn, welchen Mülhauscn und der Oberrhein aus sei-nen Druckereien zog, erweckte die Eifersucht mehrer französische»Fabrikanten, und der sogenannten indischen Compagnie, die sich ii»Jahr 1785 in Paris bildete. Sie erlangten von der französischen Re-gierung die Prohibition der Elsaßer Druckwaaren, welches GeseHspäter wieder aufgehoben wurde.
Im Jahre 1732 wurde die erste Plancheplatt-Maschine er-richtet, die theils für große Meuble-Muster, theils für kleine Des-sins diente.
Es wurden zur damaligen Zeit ausschließlich ostindische Stoffeverarbeitet, die im weißgebleichten Zustande von der ostindische»