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Geschichte der Zeugdruckerei, der dazu gehörigen Maschinen und Hilfswerkzeuge und der Erfindungen im Gebiete des Kolorits für den Baumwollen-, Leinen-, Seiden-, und Schafwollendruck, bis auf die neueste Zeit : nebst einer ausführlichen Übersicht des gegenwärtigen Standes dieser Kunst, in technischer, commerzieller und statistischer Hinsicht / von Wilhelm Heinrich von Kurrer ; mit Beiträgen von K.J. Kreutzberg
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ten, durch welche häufig Absätze beim Drucken zum Vorschein kom- 2

inen, ganz beseitigt wird. Nach diesem neuen Verfahren wird mit d

Hülfe einer gleichen Anzahl von Arbeitern eine dreimal größereMenge von gedruckten Zeugen erzielt, wobei überdies auch die beim §

Drucken angewendeten Decken nicht mit jedem Tage äusgesotten zuwerden brauchen, und da dieses Aussieben mit demselben Feuer ge- 8schieht, welches zur Zubereitung der Farben und zum Heizen des d

Cylinders dient, so ergiebt sich dabei auch noch eine bedeutende t,

Kostenersparnis'. Rheins Comp. hatten in der letzten Pariser ^Industrie-Ausstellung unter andern Erzeugnißen griechische Mützen, üdann Meublestoffe und Gilets auf Sammt im erhabenen Druckausgestellt, die von keinem andern Fabrikanten übertreffen wurden. ^

Die erste eigentliche Art des Schafwollendrucks mit Möbel 3

wurde in Sachsen gegen das Jahr 1810 ins Leben gerufen. Zu ^

jener Zeit wurden scharlachrothgefärbte schafwollene Gewebe (Casi- d

mire) in Mustern mit Tafelschwarzem Druck gearbeitet, die sichmehrere Jahre lang als Westenzeug in der Mode erhielten. je

Auf diesen Artikel folgten im Jahre 1812 scharlachrothge- d

färbte Casimire und Merino für Westcnzeuge, die mit ächt gelber "

und grüner Ätze in Mustern dargestellt wurden. Ich pflegte zu die- l>

ser Zeit, Applikationsschwarz als Umriß (Contour) für das Dessin v

vorzudrucken, und mit gelber oder grüner Ätze das Muster zu formi- L'

reu. Die für diesen Druck geeigneten Äzen bestehen für Gelb in 8

Salpetersäure und Chlorzinn, mittelst welcher ich auch auf nachstehende d

gefärbte Grunde, goldgelbe Muster aufdrucken ließ, nämlich auf "

ächtes Schwarz, ohne Blauholz-Zusatz, auf dunkel-, Mittel- und hell- 8

Jndigoblau, auf Grün, Scharlachroth, Carmoistn, Violett, Lilas, si

Oliven und Graugrunde.

Zur Hervorbringung der grünen Farbe wurde der Salpeter- ^säure blausaueres Eisen zugesetzt. Zur Entwicklung beider, der ^grünen und gelben Farbe, bediente man sich anfänglich eines heißenBiegeleisens, mit welchem der gedruckte Theil so lange überfahren "wurde, bis die Farben vollkommen goldgelb und grün zum Vor- 2schein kamen. Später wendete man heiße Metallcylinder, in welche i *iglühende Stähle gesteckt wurden, oder auch kochende Wasserdämpfe an. 2

Um die gelben und grünen Farben rein und ganz gleichförmig 2zu erhalten, ist es nöthig, daß der Drucker zweimal aufträgt, l stund zwar das erste Mal stark, das zweite Mal nur schwach den