Astronomische Vorbegriffe.
Ce que nous connaissons cst peu de chose, maisce que 'naus ignurons esl immense.
, ’ (Laplace.)
XXXIII. Einleitung.
321. Aufgabe der Geodäsie und Astronomie. Zur Zeit derMorgendämmerung von einem freien Standpuncte aus eine Umschaubeginnend, glaubt man unter einem hoben Kugelgewölbe, mittenauf der durch eine kreisrunde Linie, den zur Lotlirichtung Zenith-Nadir senkrechten Horizont, begrenzten Erde zu stehen, — siehtdann im Verlaufe der Zeit gegen Aufgang (Morgen, Ost) die Sonneerscheinen, sie in einem Bogen zu der dem kürzesten Schattenwurfelängs der Mittagslinie Süd-Nord entsprechenden Culminationaufsteigen, nachher in correspondirendem Bogen dem Niedergange(Abend, West) zueilen. Bald nachdem die Sonne ihren sog. Tag-bogen vollendet, tauchen Sterne verschiedener Art (Fixsterne, Pla-neten, Monde, etc.) auf, bewegen sich ähnlich wie die Sonne, undwerden von Osten her immer wieder durch neue ersetzt, ■— schein-bar und abgesehen von einzelnen Eigenbewegungen, wie wenn sieam Himmelsgewölbe fest wären, und dieses sich in einem Tage umeinen Pol oder vielmehr um den entsprechenden Durchmesser, diegegen die Mittagslinie um die Polhölie geneigte und mit ihr dieEbene des Meridian’s bestimmende YVeltaxe, drehen würde.Die sich hieran knüpfende Aufgabe, die Grösse, Gestalt, Masseund physische Beschaffenheit der Erde und aller dieser Gestirne,sowie die wirklichen Gesetze ihrer Bewegung und ihres Einflussesauf einander zu bestimmen, fällt der von der Sterndeuterei (Astro-logie) wohl zu unterscheidenden Astronomie anheim, in welchedie ausschliesslich die Erdmessung behandelnde, sich der prakti-schen Geometrie (211—226) anschliessende Geodäsie als integri-render Theil einzuschalten ist.