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feine Auflösung, zu der Hervorbringung derWinde beitrage.
Noch mehr mus die Erzeugung, der Win-de befördert werden, wenn, wie auf Eilan-den oder Seeküsten, beide Ursachen zusammenkommen. Eben daher gaben die alten Dich-ter ihrem Windgotte sein Regiment auf denInseln, woselbst häufige Stürme herrschten,oder von welcher Gegend sie Italien am öf-tersten überfielen. Virgil sagt (Aeneid. JLv. ss. u. f.)
Nimborum in patriam, loca foeta fu-rentibus austris,
Aeoliam venit. Heic vasto rex Aeolusantro
luctanteis ventos, tempestatesque so-noras,
imperio premit, ac vinclis et carcerefrenat.
Man möchte hier den Einwurf machen;das in dem wüsten Arabien, und in dem san-dichten Afrika, mitten im Lande, woselbstnicbts weniger, als stehende Wasser undSümpfe anzutreffen sind, dennoch sehr hefti-ge Winde entstehen. Die Antwort ist leicht.Die Dünste, welche lzieselbst, auch bei dengewaltigsten Regengüssen, zur' Erde fallen,haben die Zeit nicht, in dieselbe einzudringen:die gewaltige Hize, womit die Erde gleichsam^durchglühet ist, treibet das Wccher alsobaldwieder in die Höhe, und dieses hält so lange
einen