des Hrn. Ich. Michael vonLoen. 569
besser, als die römische Kirche, welche durch die MesseVergebung der Sünde verdienen will. Es ist in derThat das Abendmahl bey vielen nichts andere, alöein Zeichen und Siegel der Einigkeit in der Lehre undVergebung der Sünde nach diesem Leben; wvbeynoch einige als ein Nebending und Vorbehalt anmer-ken, daß sie ihrem Nächsten öfters nur zum Scheingezwungener Weise verzeihen müssen. So langewir also diese ungeheuren Gemeinen haben, so langeist an kein apostolisches Abendmahl zu gedenken, oderman müßte die Einrichtung treffen, daß diejenigen,welche in wahrhaftiger Liebe unter einander verbundensind, ohne Verachtung gegen Unbekannte, und Haßgegen Bekannte, mit einander das Abendmahl nachapostolischer Weise entweder in der Kirche, oder in ei-nem andern Zimmer, halten möchten. Ich sehe garkeine Ursache, oder Grund, warum die ganze Gemei-ne, oder eine große unter einander unbekannte Mengedas heil. Abendmahl halten soll. Es geht seltenohne merkliche Aergerniß ab und kann unmöglich dieFrüchte der Liebe und vertraulichen Einigkeit bringen,wozu es eingesetzt ist. So wenig also das einsameund besondre'Abendmahl halten gebilliget werden mag;so wenig Nutzen und Nothwendigkeit sehe ich benmallgemeinen Gebrauche desselben. Unsere erste Vorfah-ren aber rechneten die Vereinigung in der Lehre unddem Glauben mehr zum Sakramente der heil. Taufe,hingegen war benm Abendmahle die Liebe ausnehmendwirksam und thätig.
Dem Hrn. von Hanau ward in den hamburgk-schen freuen Urtheilen No. 46. 47. 48. eine weitläuf-tige Widerlegung von einem Gelehrten, der sich nur
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