Band 
[Band 1.]
Seite
826
JPEG-Download
 

8 26 Geschichte

gcnd von meinem sel. Vater vieles gehöret, was erdie Zeit seines hier geführten Predigtamts über ob.serviret, und von alten Leuten ihm deSfaklS erwähletworden, sondern ich selbst auch verschiedentlich dieProben genommen und erfahren, daß es kein alter-thörichter Beyglaube, oder Fabel, so auf die Nach.kommen wäre fortgepflanzet worden, wie es mit der»gleichen l'radltionibus sonst wohl zu ergehen pfleget,sondern vielmehr eine Wahrheit darunter sey, und essich in der That also verhalte, daß, nachdem das Kornim Preiße steiget, oder fällt, das Wasser in diesemSee auch steige, oder falle, wie ichs denn mehr, alseinmal, insonderheit 1685 im Frühlinge selbst obser^viret, daß das Wasser bey dem schönsten trockenstenWetter täglich wuchs, als zumal der Roggen bis 10Mark Lüb. stieg, wie bey Anno 1684 von mir (imbemeldeten Kirchenprotocoll) ist angemerket worden;hingegen im Herbste dieses ißtgemeldcten Jahres, dader Preiß des Roggens auf 44 Schillinge herunterkam, wegen des überreichen Segens, den der liebeGott in selbigem Jahre bescheeret hatte, das Wasserim See täglich fiel und niedriger ward, ob es gleichfast alle Tage regnete. Ist es also mit diesem Seein so ferne wohl eine verwunderungswürdige Sache,davon man wohl keine andere Ursache geben kann, alsdie göttliche Providenz, die alles regieret, sich auchin dieser Sache nicht habe wollen unbezeuget lassen,wie Gott den Weltkreis bereitet hat, durch seine wun.derbare Weisheit. Es soll dergleichen Seen hier unddar in der Welt mehr geben, welche daher bey denHistoricis lacus vatidici pflegen genennet zu werden,wie es denn mit dem so genannten Hungcrbrunnen