956 Geschichte
leben, woran er jederzeit einen Gefallen gehabt, zuführen. Allein es geschahe ganz unvermuthet, daßer von dem Hrn. Spiegel von Pickelsheim, wel-cher damals feine Anverwandten zu Arolfen besuchte,eingeladen ward, ihm auf der Reife nach ItalienGesellschaft zu leisten. Dieser Herr war dazu durchdie Gesetze deß Dom-Capitels zu ^auindurg, wor-inn er Canonicus geworden war, verpflichtet. Hr.Ncmei; lebte damals ohne Sorgen, und, da erschon lange eine große Begierde gehabt hatte, Italienzu sehen, willigte er gern in dessen Ersuchen. Nach-dem er also Erlaubniß dazu erhalten, und sich zurReise anqeschicket harte, giengcn sie erst zusammennach Halle, um den alldorc studirenden Bruderdes Hrn. Spiegels mitzunehmen. Hr. Nemeizgieng von da auf ein Paar Tage nach Leipzig, undim Anfange des Jahres 1721 begaben sie sich miteinander auf die Reife. Sie richteten ihren Wegüber Merfeburg, Vlaumburg, Jena, Coburgund Namberg nach Nürnberg, all wo sie sich theilsdurch die Annehmlichkeit des Orces, theils durch diehöfliche Nöthigung des Hrn. Patricius, Gcheurl,welcher mit dem Hrn. Spiegel zu Jena studi«hatte, und dessen Schwester eben damals Hochzeithielt, einige Tage aufhalten ließen, und darauf überErlangen, lVeißenburg und Donarverrh bisAugjpurg fortsetzten. Hier nahmen sie einen sogenannten Veturino an, welcher sie über Inspruck,Brixen, Bozzen, Trident, und andere geringeretnrolische Städte nach Venedig brachte. DieseStadt verließen sie nach geendiqtem Carneval, undgelangeten über Padua, Rovigo, Ferrara, Ra-venna,