des Hn.Ioseph Aurelius de Januario. 997-
Auf eine solche Art hinlänglich zubereitet wandte-sich unser Gelehrter erst zur practifchen RechtSgelahrt-heit, die er mehr aus sorgfältiger Betrachtung derGesetze und des heutigen Gebrauchs derselben, alsaus den Schriften der Juristen erlernete. Und soward er zeitig geschickt, sich sowohl vor Gericht, alsauch in Entscheidung schwerer Fälle, gebrauchen zulassen. Er erlangete durch die gründliche Aussäherung seiner Processe gar bald den Ruhm eines dergrößten Advocaten, die sich je vor Gericht hatte»hören lassen. Dieß machte auch, daß man seinerGeschicklichkeit die schwetesten Rechtsfälle anver^trauete. Er ward sonderlich in Dingen, die dasVaterland anbetrafen, oft mit sehr großem Nutzengebraucht.
Seine Geschicklichkeit und sein Ruhm wurden end^lich auch Sr. Majestät von Neapolis und Sicilienvon Kennern der Wissenschaften angepriesen, und derKönig ward dadurch bewogen, ihm 1737 die wichtigeStelle eines Richters beym Tn'bunal der magna: vi-carie anzuvertrauen. Dieß Amt trat er unter großerHoffnung seines Vaterlandes mit dem großen Vorsatzan, die Gerechtigkeit zu handhaben, und die Streicheder Rabulisten zu hemmen. Seine mit der schönstenEinsicht in die Gesetze vereinigte Ueberlegung setzteihn in den Stand, so manche Aussprüche zu thun,die die Rechte unterstützten, und die Wohlfahrt derBürger und der Unterchanen des Königes beförder-ten. Hierdurch zog er sich das Vertrauen nicht nurder Stände des Reichs, sondern auch des König-selbst, zu. Dieß offenbarte sich sonderlich, als sichder König entschloß, ein« neue Sammlung der Ge«Rrr z setze