des Hrn. Ioh.Anton Sergius. iOvz
des PabsteS Innoconrii XII. erweislich, versehenworden (*). Dieß Collegium ward im Anfange desihtlaufenden Jahrhunderts sehr verbessert und mit dengelehrtesten Männern besehet. Die BeredrsamkeitUnd Dichtkunst blüheten vornehmlich um die Zeit dar-inn, da Hr. Sergius hineinkam. Fast wöchentlichmußten die jungen Leute Reden, nicht nach einemverdorbenen Geschmacke, sondern nach den Musternder Griechen und Römer, verfertigen. Neapel haktedem großen Redner fou°l N 7 ajellus die Erhöhungder Beredtsamkeit zu verdanken. Hr. Gergiuswar glücklich, daß er dieses Lehrers genießen konnte,als welcher bald darauf vom Pabst Clemens Xl,der selbst ein Kenner der wahren Beredtsamkeit war,nach Rom berufen wurde, um in der vaticanischenBibliothek, vermuthlich als Custos, zu dienen.Zugleich ward er Canonicus zu St. Petri. DerPabst Denedick XHl bestelleke ihn zum Secretariusder päbstlichen Breven und zum Bischof zu Emissa.Es hatten sich jedoch schon sowohl Clemens, alsInnocentius stiner Feder in öffentlichen Briefenbedienet, «wer welchen diejenigen die vorzüglichstensind, die Majellus in der Streitsache wegen derConstitutio Unigenitus abgefasset hat. Ab nungleich Hr. Sergius sich mit allem Eifer auf diefthönen Wiffenichaften legte; so versaumete er dochdarum die ernsthaften nicht, weil er von seinem be-rühmten Lehrer gelernet hatte, daß jene von diesenihre Stärke und Nachdruck borgen müssen. Er legtesich demnach auch aufdie Philosophie undMathematik.
Weil
(*) s. Germanici Adlerholds Beschreibung des König-reichs Neapolis, S- 725.