Band 
[Band 1.]
Seite
1004
JPEG-Download
 

ioo4 Geschichte ~ -

Well er die Beredtsamkeit so sehr liebet«, gab ereinen Zuhörer des berühmten Symmachus LNa-zochi ab, als dieser beredte Mann eine Einleitungüber die heil. Schrift in seinen Lehrstunden vortrug;damit er nämlich durch ein sichtbares Beyspiel lernenmöchte, es sey möglich, die lateinische Eloquenz auchin hohen Materien zu gebrauchen. Weil Hr. Ger-ANIS die Rechtsgelahrtheit zum Hauptzweck hatte;so erwählet« er den Januarius Majelli, den Bru«der des vorhergenannten Early, zu seinem Führer,von hem er auch sowohl die weltlichen, als geistlichenRechte , die der Grund her Gelehrsamkeit sind, soman iht an ihm bewundert, erlernete.

Endlich verließ Hr. Gcrgius das Seminarium,und ward ein Mitglied der Akademie zu Neapolis.Nicolaus Lapasus war damals her berühmtesteRechtSlehrer, und an diesem hielt er sich auch vorandern. Doch, er war nicht mit den lebenden Leh-rern allein zufrieden. Nein! Was er bey Tage ge»höret hakte, las er bey Abend und bey Nacht auch inden Schriften der gelehrtesten Männer nach. Für-wahr, eine vernünftige Art zu studiren. Möchtenjunge Leute auf Akademien diesem Beyspiel folgen;so würden sie in den allermehresten Fällen gewahrwerden, daß der Hr. Professor ihnen Dinge vortra-ge, die andere ehrliche Leute auch schon gewußt ha-ben. Sie würden nicht so viel Papier unnütz be-schmieren, und ein jedes Wort ihm gleichsam vordem Munde wegstehlen; zumal wenn sie es wüßten,daß überaus selten in Collegien was mehreres, alsdas Gemeine, eben deswegen, weil es nur Collegia,oder Anweisungen für Anfänger sind, pflegt vorgetra-gen