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[Band 3.]
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des Herrn Carl von Secondat. 537

| mit solchem Ruhme, und allgemeinem Bevfalle, daßer etwas über zween Jahre hernach, nämlich dendritten Julius 1716. zum Rechtspräsidenten (Pre-sident a Mortier) desselben Parlementß angestelletwurde. In demselben Jahre nahm er auch in derneuerrichtelen Akademie besagter Stadt, welcheihm große Verpflichtungen hat, einen Platz an.

Sein herrschender Geschmack an den Wissenschafttcn, und seine große Neigung, die vor das menschli-che Geschlecht angelegentlichsten Dinge zu untersuchen,und in ihrem wahren Wesen zu durchgründen, bewo-gen ihn, sich seines hohen obrigkeitlichen Amtes zuent«schlagen. Er verkaufte demnach diese Ehrenstelle imJahre 1726. und überließ sich nun einzig und allemseinen gelehrten Beschäffrigungen, und in6 besondereeinem ernstlichen Nachdenken über die großen undwichtigen Vorwürfe, welche er hernach in seinenWerken abgehandelt hat.

Im Jahre 1727. erhielt er eine Stelle in derfranzösischen Akademie.! Seine 1721. bereits an dasLicht getretene Lettres Persanes, ei» Werk, in wel-chem so viel Geist und Kenntniß der Menschen, alsFreyheit im Denken, und Unterschied von den ange-nommenen Glaubenslehren herrschet, hätten ihm bey-nahe den Weg zu derselben verschlossen. Die Kirchewar ins besondere deswegen wider ihn aufgebracht.Doch, ihr Eifer konnte sich in dieser Gesellschaft dieOberhand nicht erwerben, welche vielmehr alle Hin.dernisse aus dem Wege räumte, und es sich zurEhre rechnete, ihn unter ihre würdigsten Mitgliederzählen zu können.

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