6z4 Geschichte
fchiedene vornehme Kinder, und unter denselben diejunge Herren von Noailcs, bey sich unrer seinerAussicht hakte. In seiner letzten Krankheit ließ erihn öfters bey sich vor das Bette kommen, und ließsict) verschiedene gottselige Schriften, welche nach sei.nen Begriffen waren, von ihm vorlesen, und empfahldem H"rrn Rollin die Vorsorge vor seine Erzie-hung, wenn er in einem Alter seyn würde, worinner seines Unterrichtes genießen könnte. Da er ihnnun in einem zarten Alter, in welchem er noch nichtim Stande war, den Werth ihit zum Vater zu ha-ben, recht zu erkennen, verlohr, war ihm gleichvon Anfange hie Gnade des Königs Ludewiczsdrs 14. sehr vorlhcHhafr, als welcher der racinischenFamilie ein Gnadengehalt von 2000 LivreS zusiies-sen ließ, deren die eine Halste der Mutter, die an.dere aber den Kindern, bis auf den, welcher amlängsten leben würde, zukommen sollte. Jene nahmsich der Erziehung ihrer Kinder recht mütterlich an,lebete mlt den Ihrigen so sparsam, als es nur mög.lich war, und obschon sie das Unglück hatte, einenTheil ihres erfpareten Gutes zu verlieren, hatte siedoch das Vergnügen, sie alle vor ihrem l?Z2. erfolg,ten Ende wohl angebracht zu sehen. Herr Rollinunterließ seiner Seils nicht, unserm Gelehrten inseiner Jugend bestens anzuführen. Verschiedeneandere gelehrte und geistreiche Männer, als laHon-taine, de Valincourr, und vornehmlich der Bu-senfreund seines Vaters Boileau, nahmen sich sei.ner gleichfalls an, qönneten ihm einen steyen Zutritt,und trugen zur Bildung seines Geistes das ihrige
bey.