des Hrn. Ioh. Baptista v. Boyer. 787
nehmen : Was ist doch der witzigste Verstand, derschönste Geist , wenn er stch selbst gelassen ist?Was hilft alles philosophische Denken, wenn daöHerz keinen Theil daran hat? Unsere Weisheitmuß von einem höheren lichte bestrahlet, von einemhöheren Beystande regieret werden, wenn sie unstugendhaft, wenn sie un< glückselig, machen soll.
Der Herr Marquis t>* Argens ist den24 Iuniuö 1704 *) zu Aix in der Pro-vence, aus einem adelichen, und in diesem Lande an.gesehenen, Geschlechte gebohren. Sein Herr Vaterbekleidete daß vornehme Amt eines General - Pro.curreurs des Parlemencs von Provence. Beo sei.ner Geburt ward er schon sogleich denen Wissen- 'schassen gewidmet, wie in seinem Vatcriande mitdenen ältesten Söhnen meistentheils zu geschehenpfleget. Er hatte vier Brüder, deren drey Mal-theserritter, *) und der vierte ein Abt, gewordensind; jene, um in Kriegsdiensten, dieser, um inder Kirche, ihr Glück zu suchen. Der Stand,den er erwählen sollte, kam ihm fürchterlich vor.
Er sahe ihn, als daö Grab der Ergötzlichkeiten, an.Das wollüstige Leben eines Officiers hatte weitglänzendere Annehmlichkeiten für ihn, als die müh-D d d 2 same
*) F O R M E Y la France lifteraire p.$4.
**) Der eine derselben bat sich durch reilerlonr po-
litiques für I’etat et lcs devoirs des Chevaliers de
'Malthe, so 1739 in Duodez an daS Licht getreten^bekannt gemacht. Formky p. 95.