796 Geschichte
daselbst in Bekanntschaft mit einem jüdischen Arzte,Namens Lonscccr, welcher lange Zeit in Spanienein heimlicher Jude, und zugleich ein Priestergewesen war, und als ein solcher die Messe gelesenhatte. Auch hatte er vielen Umgang mit einemArmenier, einem Manne von vielem Verständeund großem Spinosisten, welcher viel gereiset, undsich vornehmlich eine geraume Zeit in Holland auf.gehalten hatte. Er schöpfte zwar vielen Nutzenaus feinen Unterredungen, blieb aber doch allezeitbey einem, dem seinigen sehr entgegengesetzten,Lehrgebäude. Denn er hat jederzeit geglaubet,daß man denen kläresten Begriffen entsagen Müsse,um von dem Daseyn Gottes nicht versichert zu seyn.Der Armenier glaubte gleichwohl dasselbige nicht.Er schenkte dem Herrn Marquis eine französischeHandschrift, welche den Titel führte: Oouces lur1a religion, donc on cherche 1’ eclaircifliment deKönne fbi. Er hat es auf einer Reise nach Italienverloren. *) Weiter erzählet er von seinem Auf-enthalt zu Constantinopel nichts, als einige LiebeS-handel, und daß er eine Reise bis in das schwarzeMeer gethan habe. Die Rückreise nach Frankreichwar glücklich, und er kam mit dem bis dahinlgewe.senen Gesandten, dem Herrn von Bonac, innerhalbsieben und zwanzig Tagen, ohne sich irgendwo auf-gehalten zu haben, zu Toulon an. **)
So
*) Es ist nachher im Druck erschienen, wir erinnernuns ^ber nicht, ob der Herausgeber bekannt ge-worden sey.
**) p. in - iro.