des Herrn Samuel König. 19
Dieß gelung ihm vorkreflich wohl, und er wußteinsbesondre sich die Beredsamkeit der Allen, welcheer sich durch das viele Lesen der Reden des Ciceroeigen gemacht hatte, sehr wohl zu Nahezu ma.chen, so oft es geschahe, daß er vor dem Rachevon Zweyhundert eine Sache zu führen hatte, undsehte er dieses Gerichte zum öftern in Verwunde,rung, ja selbst in Erstaunung über seine Geschick,lichkeit und Beredsamkeit. Dem aber ohngeach.tek, schien er geneigter zu seyn, sein Leben mit denabgezogenen Begriffen der Mathematik, als mitAusführung von Rechtssachen, zuzubringen. AufAnrachen des Herrn Bernoulli, begab er sichnach Krankreich, und zwar insbesondre nachCham.pagne, allwo er sich gar bald die Freundschaftder berühmten Frau Marquisinn dü Chatcler, wel.djc einen besondern Geschmack an der WölfischenPhilosophie fand, und mit vieler Begierde dieMa»thematik erlernte, durch den Herrn tVaupertuiözu erwerben Gelegenheit hatte. Diese Dame, wel.che durch ihre Erkänntniß der hohem Wissenschaf,ten eine der größten Zierden ihres Geschlechts ge.wesen ist, genoß beynahe drey Jahre lang seinesUnterrichts, und aus ihren Leiern; de Physique,so sie ans Licht gestellt, ist zur Genüge zu ersehen,von welchem Rußen er dieser Dame gewesen sey.Bey dieser Gelegenheit machte er auch mit verschied,nen der größesten Geister und wißlgsten MännerFrankreichs Bekanntschaft, mit dem Herrn vonReaumür, von Voltaire, und andern, welchetäglich dieser vornehmen Dame aufwarteten, und
B - die