Band 
[Band 4.]
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desHrn. Ioh. Philipp Lorenz Mithof. 133

Wir wollen noch das nöthige', sowohl von sei-nein äußerlichen, als seinem Gemüthscharactecmitnehmen. Er ist von mäßiger Länge, etwasgesetzt und gut gebildet. Sein Gang ist aufrecht,regelmäßig und munter. An seiner Kleidung so.wohl, als in der Verpflegung seines Körpers, ister zierlich und rein. Sein Umgang istatig, auf-geräumt und gefällig, dienstfertig, aufrichtig, ohneArglist, ohne Tücken und ohne Pedanterey. Schonseine natürliche Neigung leitet ihn zur Freundschaft;in der Wahl aber ist er langsam. Er ist immergleich, vergnügt und lacht nicht viel. Er weiß inder großen Welt zu leben, ungekränkt der Tugend.Die Vorzüge anderer Gelehrten preiset er hoch,und von seinen eignen hört er ungern reden. Erempfindet auch das kleinste Unrecht recht lebhaft,und vergicbt dem Irrthum. Er ist nicht räch.gierig, und nur wenige Beleidigungen sind es,die ihn erregen. Nach seiner Weise, auf die Hand.lungen der Menschen mit scharfen Augen Acht zugeben, haben ihn mehr als tausend Exempel zudiesen beyden Grundsätzen gebracht; deren der erstedieser ist: Der Ungerechte kann den Gerechtenwohl beleidigen, aber kein Jahr lang unge-strafe bleiben. Der zweyte ist der: Nicht nurdie Strafe selbst, sondern auch jo gar die Artder Strafe ist der Beleidigung proporrionirc.Die Ausnahmen von diesen beyden Regeln hält erfür seltne Begebenheiten. Zur Arbeit ist er uner.müdet. Durch allerley Arten von Künsten undUebungen hat er sich in allen menschlichen Eigen-I 3 schasten