IZ8 Geschichte
uiß vom Stcrnsehen hatten; er war begierig, zusehen, ob dieser solche überträfe. Er ließ ihn alsozu sich kommen, und der erste Anblick nahm ihneben nicht Vortheilhaft für ihn ein. Er sahe einesehr bäurische Gestalt, ein grobes Wesen, schlechteHaare, einfältige Augen, die ganze Gesichtsbildungeines wahren Bauren; wie er auch in dem vor deinBuche stehenden Kupferstiche zu sehen ist. Die er-sten Worte, so aus seinem Munde kamen, mach-ten keine vortheilhaftigere Eindrücke auf ihn. AufBefragen, ob dasjenige, so man von seinen Stu-dien sagte, andcm sey? gab er trotzig zur Antwort:Wer ihm das gesagt habe? Er studire nur fürsich, u»d wolle nicht, daß jemand etwas davonwisse.
Es fehlte so weit, daß Herr Hofmann sichdurch diese erste Begegnung vor den Kopf stoßenließ, daß vielmehr seine Neubegierde dadurch ver-doppelt wurde. Er fuhr fort, ihn auszufragen,und erhielt nach und nach das Geständniß von sei.nem Bauern, daß er alle philosophischen Werke desberühmten lVolfdurchsiudiret, und die über die Re-chen. Meß. und Sternseher-Kunst so gelesen habe,daß er sie verstehen könne. Hierauf fielen die Fra-gen über allerley in diese Wissenschaften hineinschla-gende Materien. Herr Hofmaim erwartete un-bestimmte Antworten und verworrene Begriffe,ward aber sehr verwundert, und, so zu reden, be-schämt, da er die genauesten Erklärungen, und diebeurtheiltesten Auslegungen, welche jemand, derseine Studien mit. Ruhm vollendet, bey einem
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