des Herrn Carl von Neuville. 199
Sein väterliches Geschlecht nennet sich eigenk-lich Frey, und ist an6 dem schweizerischen CankonVasel (nicht aus Jrrland, wie in der France lice-raire p. 336. stehet) urhrünglich; befindet sichaber nunmehro schon in das fünfte Glied in Bre-tagne, in welchem Lande er zu Vitre*) dem rzstenDccembr. 1693 auf die Welt gekommen ist. Erstudirte anfänglich zu Reimes, und begab sich da.selbst in den Iesuiterorden, aus welchem er zurVollendung seiner Studien nach Paris, und nacheinigen Jahren zum Regenten oder Schulpräccptornach Orleans, endlich sieben Jahre hernach zumLehrer der Rhetorik nach Paris gesandt worden,allwo er auch eine ordentliche Stelle unter den Pre-digern in derKirche eines Iesuitercollegii bekleidet.Seine Gaben im Predigen haben ihm ein unge-rneines Ansehen Dd ausnehmenden Ruhm erwor-ben , so, daß ihm auch zum öftern die feyerlichftenPredigten aufgetragen werden, und er noch leht-hin, nach dem an dem Könige geübten Frevel, zumFasienprediger vor demselben erwählet worden.
Bisher hat er noch nichts an das Licht gestellet,als das schöne Muster der Beredsamkeit, die Lei-chenrede auf den Kardinal Lleury, Orallon Fune-bre ciu Cardinal Fleury. 174z, Quart, wovondie biblioibegue Francoise. Tom. XXXVII. P. I.p. 75. kann nachgesehen werden, allwo auch p. 90.ein kritischer Brief darüber befindlich ist. Er ist auchnicht geneigt, von seinen sonst vielen ansgearbeite.ten Handschriften bey seinem Leben etwas weiterin die Welt kommen zu lassen.
N 4 V. Herr
*) Vcrgl. la France literairep. 249. undzz 6 .