Band 
[Band 4.]
Seite
351
JPEG-Download
 

des Hrn. George Friedrich Deinlein. 351

Allein er hat allen diesen Vortheilen die Liebezum Vaterland« und Geburtsorte vorgewogen; undee durfte ihn auch dieses nicht gereuen, da er sahe,daß seine Verdienste und gemeinnützigen Arbeitenvon dem Himmel nicht ungesegnet, von der hohenObrigkeit nicht unbelohnet blieben, von der Akade-mie und. dem ganzen Lande aber mit Erfurcht, Ver-wunderung und Liebe erkannt wurden. Von denVätern seines Vaterlandes sind nicht wenige seineFreunde und Schüler gewesen: und diese liebten ih.ren Deinlein so sehr, daß sie alle ihre Söhne,Ihre Brüder, oder Verwandten an ihn schickten.Und so könnten wir auch gar viele und entfernte Ortenennen, von wannen Männer, die durch DeinleinsLehre groß worden sind, ihre Kinder nur nach Alt»dorf wollten ziehen lassen.

Wir eilen auf die häuslichen Umstände des sek.Herrn DoctorS. Sobald derselbe im Jahr 1718von der Reise zurück kam, entschloß er sich nach demVerlangen und Wünschen seiner lieben Frau Mut-ter sogleich in den ehelichen Stand zu treten. SeineWahl war die glücklichste, seine Ehe die allerver-gnügteste, und deren Trennung die allerschmerzlich-ste. Er wählte sich die mit allen Vorzügen ihresGeschlechts reichlich begabte Jungfer Anna Lacha-rina Friedrichin, Herrn George Friedrich,dasigen Raths Mitältesten und Mitkämmerers Toch-ter , deren Tugenden er um soviel besser zu schätzenwußte, weil er mit ihr von der ersten Kindheit anaufwuchs, und weil von beyderseitigen Aeltern einegar vertraute Freundschaft je und allezeit gepflogenZ 4 wurde.